Deutsche Bank
- Andreas Deutsch - Redakteur

Deutsche Bank im Brennpunkt - so reagiert die Börse auf die Pläne

Mit einem grundlegenden Konzernumbau will der neue Co-Chef John Cryan die Deutsche Bank wieder auf Kurs bringen. Die Aktie liegt im frühen Montagshandel im Plus. Ist das jetzt der Befreiungsschlag für den deutschen Marktführer?

John Cryan räumt auf. Der Deutsche-Bank-Chef will die Konzernsparten neu zuschneiden und die Führungsgremien neu ordnen. Im Mittelpunkt des Umbaus steht das Investmentbanking, das völlig neu geordnet wird. In der Führungsetage kommt es zu zahlreichen Personalrochaden, drei Manager scheiden aus dem Vorstand aus.

„Wir wollen eine besser kontrollierte, kosteneffizientere und stärker fokussierte Bank schaffen“, erklärte Cryan. „Die neue Struktur und das neue Management-Team sind von entscheidender Bedeutung, um dies zu erreichen.“ Aufsichtsratschef Paul Achleitner sagte, eine derartig grundlegende Reorganisation habe es selten zuvor in der Geschichte der Deutschen Bank gegeben. „Das geht nicht ohne Härten einher.“

Wann geht die Postbank an die Börse?

Teil der neuen Strategie ist es, die Postbank an die Börse zu bringen. Dies könnte einem Bericht der Welt am Sonntag zufolge früher geschehen als bislang erwartet. Man sei zuversichtlich, die organisatorischen Voraussetzungen für den Börsengang bereits Anfang kommenden Jahres geschaffen zu haben, berichtete die Welt am Sonntag mit Verweis auf Aufsichtsratskreise. Ein Sprecher der Deutschen Bank wollte den Bericht nicht kommentieren.

Bislang hatte die Deutsche Bank angekündigt, bis spätestens Ende 2016 ein erstes Aktienpaket der Bonner Tochter an die Börse zu bringen. Die Trennung von der Postbank hatte die Deutsche Bank, die derzeit noch 96,8 Prozent der Anteile hält, im April beschlossen.

Börsianer greifen zu

Die Anleger nehmen die Meldung über den Konzernumbau positiv auf. Die Aktie liegt im frühen Montagshandel mit 2,3 Prozent im Plus. Langsam wird die Story, die das Unternehmen bietet, interessant. John Cryan scheint seinem Ruf gerecht zu werden und beim deutschen Marktführer keine Kompromisse zu machen. Ein Problem bleiben nach wie vor die Rechtsrisiken. Konservative Anleger meiden den Titel nach wie vor.

(Mit Material von dpa-AFX)

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