Deutsche Bank
- Andreas Deutsch - Redakteur

Deutsche Bank: Morgen wird es heiß - Aktie im Brennpunkt

Der Führungsspitze der Deutschen Bank droht fast genau ein Jahr nach ihrem Amtsantritt eine ungemütliche Hauptversammlung. Unterdessen kann die Aktie des deutschen Marktführers am Mittwoch zulegen.

Vor dem Aktionärstreffen an diesem Donnerstag in Frankfurt reißt die Kritik nicht ab. Die Co-Chefs Anshu Jain und Jürgen Fitschen haben mit ihrem Versprechen, einen "Kulturwandel" bei dem Weltkonzern voranzutreiben, selbst die Messlatte hoch gelegt. "Wir müssen alles tun, um verloren gegangenes Vertrauen zurückzugewinnen", bekräftigte Aufsichtsratschef Paul Achleitner in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. "Wir arbeiten alles auf, was falsch gelaufen ist."

"Boni zurück!"

Gegenwind bei der Hauptversammlung ist gewiss: Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) fordert eine Überprüfung von Sonderzahlungen. "Banker sollten ihre Boni zurückzahlen müssen, wenn sich Geschäfte als verlustreich herausgestellt haben. Das gilt nicht nur für Mitarbeiter in der zweiten Reihe, sondern auch für Vorstände", sagte DSW-Vertreter Klaus Nieding der Süddeutschen Zeitung (Mittwoch). "Es gehört zum Kulturwandel dazu, dass man diese Geschäfte im Nachhinein auf den Prüfstand stellt."

Anleihe platziert

Unterdessen sammelt die Deutsche Bank weiter mühelos Geld auf den Kapitalmärkten ein. Am Dienstag platzierte das Institut eine Nachranganleihe im Umfang von 1,5 Milliarden Dollar (1,16 Milliarden Euro), wie es am Mittwoch mitteilte. Das Interesse von Investoren sei so groß gewesen, dass die Bank das ursprünglich geplante Volumen von einer Milliarde Dollar kurzerhand erhöhte. Dadurch hat der deutsche Branchenprimus schon mehr als die Hälfte der in diesem Jahr geplanten Emission von Nachrangkapital begeben.

Insgesamt will das Institut in diesem Jahr auf diese Weise zwei Milliarden Euro einsammeln. Ende April hatte die Bank bereits über Nacht bei einer Kapitalerhöhung knapp drei Milliarden Euro eingesammelt.

Mutige greifen zu

DER AKTIONÄR empfiehlt die Deutsche-Bank-Aktie spekulativ orientierten Anlegern zum Kauf und sieht das Kursziel bei 45 Euro. Der Stoppkurs sollte bei 29 Euro platziert werden.

Mit Material von dpa-AFX

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Fabian Strebin | 0 Kommentare

Deutsche Bank: Was läuft da noch im Hintergrund?

Die Deutsche Bank verhandelt seit Wochen mit der Commerzbank über eine Fusion. Details wie es weitergeht, werden bis spätestens diesen Freitag erwartet, wenn die Deutsche Bank die Q1-Zahlen vorlegt. Die Gespräche sind schon weit vorangekommen. Doch die Deutsche Bank verhandelt parallel noch mit … mehr
| Fabian Strebin | 1 Kommentar

Deutsche Bank: Nicht schon wieder!

In den Verhandlungen über eine Fusion mit der Commerzbank spielen die rechtlichen Altlasten der Deutschen Bank bisher keine Rolle. In den letzten Jahren wurde hier auch viel abgearbeitet. Doch jetzt kocht die Übernahme der Postbank aus dem Jahr 2008 hoch. Es geht um hunderte von Millionen Euro, die … mehr