Deutsche Bank
- Andreas Deutsch - Redakteur

Deutsche Bank erleichtert - keine "Giftpille"

Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy haben sich gegen Eurobonds ausgesprochen. Zur Lösung der Schuldenprobleme in der Eurozone soll hingegen eine Schuldenbremse in allen 17 Euroländern beitragen. Der Deutschen Bank dürften die geplanten Schritte gefallen.

Merkel sagte im Anschluss an das Merkel-Sarkozy-Treffen zur Euro-Krise in Paris, Eurobonds seien bei der Schuldenkrise nicht hilfreich. Für viele seien die gemeinsamen Anleihen das letzte Mittel zur Rettung der Eurozone. Sie glaube aber nicht, dass letzte Mittel jetzt zum Eindruck kommen müssten. Diese Meinung vertritt auch Nicolas Sarkozy: "Vielleicht kann man sich in Zukunft irgendwann am Ende eines Prozesses der europäischen Integration solche Bonds vorstellen. Aber nicht am Anfang."

Gemeinsame Wirtschaftsregierung

Merkel und Sarkozy sprachen sich dafür aus, die Schuldenbremse, die es in Deutschland schon gibt, in die Verfassung aller 17 Euroländer schreiben zu lassen. Auch schlugen sie eine gemeinsame Wirtschaftsregierung vor, die sich aus dem Rat der Staats- und Regierungschefs der 17 Euro-Länder zusammensetzt.

"Zum Schaden der Deutschen"

Der Verzicht auf Eurobonds dürfte der Deutschen Bank gefallen. Deutsche-Bank-Chefvolkswirt Thomas Mayer nannte die Eurobonds in der Passauer Neuen Presse "eine Giftpille für die europäische Währungsunion". Alles würde sich auf einem mittleren Zinsniveau einpendeln - zum Schaden der Deutschen, zum Nutzen der Krisenländer, so Mayer.

Abwarten oder kaufen?

Es ist fraglich, ob Merkels und Sarkozys geplante Maßnahmen die Lösung der Schuldenkrise bedeuten. DER AKTIONÄR erwartet einen weiterhin nervösen Aktienmarkt. Hohe Verluste wie gestern sind jederzeit wieder möglich. Spekulanten, die trotzdem in die Aktie der Deutschen Bank investieren wollen, sollten sich dessen bewusst sein. Konservative Anleger warten mit einem Kauf, bis sich die Situation am Markt nachhaltig beruhigt hat.

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