Deutsche Bank
- Andreas Deutsch - Redakteur

Deutsche Bank: Es kann nur besser werden

Ein schlimmes Jahr geht für die Deutsche Bank, ihre beiden Vorstände Anshu Jain und Jürgen Fitschen und nicht zuletzt für die Aktionäre des deutschen Marktführers zu Ende. 2015 soll vieles besser werden. Die Hoffnungen sind berechtigt.

Die Aktie der Deutschen Bank hat ein rabenschwarzes Jahr hinter sich. Am Ende stand bei dem Titel ein Minus von 24,5 Prozent zu Buche. Nur die Adidas-Aktie entwickelte sich mit einem Verlust von 37,8 Prozent noch miserabler. Grund für die unterirdische Performance der Deutschen Bank waren vor allem zahlreiche teure Rechtsstreitigkeiten, die der Deutschen Bank zuletzt sogar rote Zahlen eingebracht haben.

Draghi will Anleihen kaufen

Ein Hoffnungsträger für die gebeutelten Deutsche-Bank-Aktionäre ist Mario Draghi. Der EZB-Chef hat Anfang Dezember betont, dass die Vorbereitungen für neue Eingriffe weit fortgeschritten seien. Ausdrücklich nannte er dabei QE, wobei auch Staatsanleihenkäufe im Rahmen des Mandats der EZB möglich seien. Es sei zudem nicht notwendig, dass der EZB-Rat eine solche Maßnahme einstimmig beschließe, sagte Draghi - heißt konkret: Die Mehrheit im EZB-Rat könnte solche Käufe gegen den Widerstand der Bundesbank beschließen.

Viele Ökonomen rechnen deshalb damit, dass die Notenbank Anfang 2015 den Weg für Anleihenkäufe in großem Stil freimachen wird ("Quantitative Easing", QE). Befürworter hoffen, dass der Erwerb von Unternehmens- und Staatsanleihen durch die Notenbank die Wirtschaft ankurbelt - und zugleich die Inflation wieder in Richtung des EZB-Zieles befördert.

Von einem solchen Schritt würde die gesamte Bankenbranche profitieren. Die Deutsche Bank ist mit rund 25 Milliarden Euro in Südeuropa engagiert, wobei nicht klar ist, wie viel von dem Exposure gehedgt ist.

Analysten sind optimistisch

Dass 2015 für die Deutsche Bank besser wird, erwartet die Mehrheit der Analysten. 20 Experten halten die Aktie der Deutschen Bank für unterbewertet. Das durchschnittliche Kursziel sehen sie bei 30,70 Euro, was einem Potenzial von 21 Prozent entspricht. Damit gehört die Deutsche-Bank-Aktie zu den Favoriten der Analysten, zumindest aus dem Sektor. 17 Experten raten derzeit, die Aktie zu halten. Lediglich acht Analysten empfehlen den Anlegern, sich von ihren Deutsche-Bank-Aktien zu trennen.

Wette auf die Wende

Im Aktienkurs der Deutschen Bank ist das meiste Negative eingepreist. Anders ausgedrückt: Es ist genügend Raum für positive Überraschungen vorhanden. Gespannt sein darf man auf die neue Strategie, die der Aufsichtsrat laut Manager Magazin vom Vorstand fordert. DER AKTIONÄR sieht den fairen Wert des Titels bei 33 Euro. Mutige Anleger, die auf die Wende spekulieren wollen, setzen den Stopp bei 21,50 Euro.

(Mit Material von dpa-AFX)

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