Deutsche Bank
- Andreas Deutsch - Redakteur

Deutsche Bank: Es fehlt einfach der Kick

Freilich, der freie Fall ist gestoppt, die Aktie der Deutschen Bank hat sich im Bereich 24 bis 25 Euro stabilisiert. Am Montag ist es aber wieder ungemütlich für den Titel. Die Aktie rutscht unter die Marke von 24 Euro. Grund ist ein skeptischer Analystenkommentar.

Commerzbank-Analyst Michael Dunst hat das Kursziel für die Aktie der Deutschen Bank von 31 auf 29 Euro gesenkt, die Einstufung aber auf „Halten“ belassen. Die Gewinnschätzungen für das laufende, das nächste und das übernächste Jahr hat der Experte gesenkt. Dunst ist einer von 18 Analysten, die die Deutsche Bank mit „Halten“ einstufen. 20 Experten sagen „Kaufen“, nur sechs „Verkaufen“.

„Große Defizite“

Davide Marchesin, Fondsmanager des GAM Star Financials Alpha, rät Aktionären von europäischen Banken zu Geduld. „Im Vergleich zu den US-Banken haben die europäischen Häuser noch immer große Defizite bei den Eigenkapitalquoten“, sagt der Experte. „Das Kaufprogramm für Asset-Backed-Securities, das die EZB im Oktober begonnen hat, könnte helfen, diese Lücke zu füllen.“

Marchesin erwartet, dass 2015 zum Schlüsseljahr für die Bemühungen der EZB wird, die Eigenkapitalquoten in Europa zu harmonisieren. Über die kommenden zwei bis drei Jahre könnte es den europäischen Banken dann gelingen, zu den US-Instituten aufzuschließen. „Anleger sollten sich allerdings darüber im Klaren sein, dass die Banken dafür Einnahmen zurückhalten müssen und die Dividenden daher in den nächsten zwölf Monaten eher gering ausfallen dürften.“

Abwärtstrend weiter weg

Der Chart der Deutschen Bank gibt Marchesin Recht. Die Aktie fällt am Montag unter die Marke von 24 Euro. Damit rückt der seit Januar gültige Abwärtstrend, der aktuell bei 26,50 Euro verläuft, wieder in weitere Ferne. Ein positives Signal wäre es nun schon mal, wenn die Marke von 25 Euro geknackt würde. Nach unten sollten Anleger das Tief vom Oktober bei 22,66 Euro im Auge behalten.

 

Viel zu tun

Fitschen und Jain, die Doppelspitze der Deutschen Bank, haben noch ein Riesenberg Arbeit vor sich. Sie müssen die Kosten weiter drücken, die Fehler der Vergangenheit aufarbeiten (leider oft vor Gericht) und den Markt von ihrer Unternehmensstrategie überzeugen: Die Deutsche Bank soll weiter eine Universalbank sein und in der Liga der Großen mitspielen. Nicht einfach, ist die Konkurrenz, etwa in der Vermögensverwaltung, oftmals sehr stark. Hoffnung machen die Fortschritte in den vergangenen Monaten. Hoffnung macht auch, dass Negativmeldungen den Kurs kaum bis nicht drücken. Wer Geduld hat, bleibt dabei und setzt den Stopp bei 21,50 Euro.

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| Fabian Strebin | 0 Kommentare

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