Deutsche Bank
- Andreas Deutsch - Redakteur

Die Prognosen der Profis

Wann steigen die Zinsen? Wie gefährdet ist der Konjunkturaufschwung? Wie riskant für die Weltwirtschaft sind Ukrainekrise, IS und Ebola? Selten war die Unsicherheit bei den Anlegern so groß wie derzeit. Fondsmanager Christian von Engelbrechten bleibt gelassen.

Christian von Engelbrechten, Manager des Fidelity Germany Fund, empfiehlt den Anlegern, trotz der aktuellen Sorgen das große Ganze nicht aus den Augen zu verlieren. „Meiner Ansicht nach besteht das Risiko, dass Anleger sich zu stark auf kurzfristige Daten konzentrieren und dabei das mittelfristige Erholungspotenzial übersehen“, sagt der Profi. „Dabei beziehe ich mich nicht nur auf die deutsche und die gesamteuropäische Wirtschaft, sondern auch auf die Gewinne der europäischen Unternehmen.“

Die geopolitischen Spannungen rund um die Ukraine haben zwar vorübergehend für Unruhe und Nervosität auf dem Exportmarkt gesorgt. „Dies sollte jedoch nicht das Potenzial deutscher Unternehmen und deren deutlich breitere Diversifikation bei den Exporten in strukturell wachsende Märkte verbergen.“

Positiv bei deutschen Unternehmen seien deren Markenstärke, Innovationen, günstige Finanzierungsbedingungen sowie niedrige Lohnstückkosten. „Der schwächere Euro dürfte ihre Wettbewerbsfähigkeit 2015 noch verbessern. Zusammen mit den aktuellen Effizienzprogrammen und Preisanhebungen wird sich dies in höheren Gewinnen niederschlagen.“

"Deutsche Aktien sind günstig"

Von Engelbrechten erwartet für das kommende Jahr ein Gewinnwachstum rund sieben bis zehn Prozent sowie einer Dividendenrendite von drei Prozent. „Außerdem sind die Bilanzen der deutschen Unternehmen so schuldenfrei wie selten zuvor. Gleichzeitig sind die Bewertungen attraktiv: Sie liegen rund 25 Prozent unter ihrem historischen Durchschnitt. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis des DAX liegt bei 11,5. Auch gegenüber Titeln aus dem restlichen Europa notieren deutsche Papiere derzeit mit einem selten hohen Abschlag - trotz ihrer langfristig guten fundamentalen Stärke.“

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| Fabian Strebin | 0 Kommentare

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