Deutsche Bank
- Andreas Deutsch - Redakteur

Deutsche Bank, Commerzbank und Co: Keine Angst!

Die Banken-Analysten der US-Großbank sehen keine große Gefahr für Europas Kreditinstitute bei den laufenden Stresstests. Sie erwarten auf Basis der ihnen vorliegenden Daten, dass keine Bank durchfallen wird. Die Aktien notieren am Dienstag im Plus.

Die JPMorgan-Experten haben für ihre Studie den Stresstest der Aufseher für 34 Institute durchgespielt. Trotz des angenommenen harschen Wirtschaftseinbruchs mit einem Verfall der Immobilienpreise rutschte dabei keine Bank unter die Mindestkapitalquote von 5,5 Prozent.

Im Schnitt blieben die Institute sogar bei 8,7 Prozent auf Basis der bis 2016 geltenden Regeln zur Berechnung des Kapitals. Nur unter Annahme der erst 2019 voll gültigen und weiter verschärften Vorgaben dürften vier Institute Probleme bekommen, das sind die italienische Monte dei Paschi, die portugiesische BCP und die beiden griechischen Instituten Piräus Bank und Eurobank. Da diese weitgehenden Anforderungen aber noch nicht im Test angewendet werden, rechnen die JPMorgan-Experten nicht damit, dass wegen der Tests die Banken zu neuen Kapitalmaßnahmen gezwungen werden könnten. Allerdings dürften in dem Test, der eine dreijährige Rezession bis 2016 simuliert, die Banken in Südeuropa keine Gewinne mehr erzielen.

Positives Ergebnis erwartet

Die Europäische Zentralbank und die europäische Bankenaufsichtsbehörde EBA überprüfen derzeit gemeinsam die europäischen Großbanken auf ihre Stabilität in Krisenzeiten. Bei den Banken der Eurozone schaute die EZB zudem tief in die aktuellen Bilanzen, um dort weitere Altlasten aufzuspüren. Damit will sie böse Überraschungen ausschließen, wenn sie am 4. November die Oberaufsicht über die Branche in der Währungsunion übernimmt.

"Der EZB-Stresstest sollte ein positives Ereignis sein", schreiben die JPMorgan-Analysten. Sie gehen davon aus, dass nach den für die zweite Oktoberhälfte erwarteten offiziellen Ergebnissen die Kurse der Banken an den Börsen zulegen werden. Die geringsten Kapitalrückgänge im Stresstest erwarten die Experten bei der niederländischen ING . Bei der Deutschen Bank rechnen sie zwar einen herben Einbruch der derzeit komfortablen Kapitalpuffer, bleiben aber insgesamt optimistisch. Bestehende neue Kapitalsorgen seien übertrieben.

Die JPMorgan-Analysten für die europäischen Banken um Teamleiter Kian Abouhossein gelten als stets sehr gut informiert. So äußerten sie etwa in der Vergangenheit frühzeitig Bedenken über die lange dünne Kapitalausstattung der Deutschen Bank, bis diese schließlich im zweiten Quartal zu einer großen Kapitalerhöhung griff und sich so rund 8,5 Milliarden Euro frisches Geld besorgte.

Beide Aktien mit Potenzial

DER AKTIONÄR erwartet, dass das Sentiment für die Aktien der deutschen Großbanken in den kommenden Wochen positiv bleibt – wenn sich die Lage in der Ukraine nicht zuspitzt. Das Kursziel für die Deutsche Bank lautet 35 Euro. Der Stopp sollte bei 20,50 Euro gesetzt werden. Die Commerzbank-Aktie hat Luft bis 14 Euro. Hier bietet sich ein Stopp bei 10,50 Euro an.

 

(Mit Material von dpa-AFX)

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| Fabian Strebin | 0 Kommentare

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