Deutsche Bank
- Andreas Deutsch - Redakteur

Deutsche Bank: Milliardenschwere Abbitte

Die Deutsche Bank greift tief in die Tasche, um einen Streit um Hypothekenpapiere in den USA aus der Welt zu schaffen. Die Anleger freuen sich. Die Aktie legt zu.

Die Deutsche Bank zahlt gut 1,9 Milliarden Dollar oder umgerechnet 1,4 Milliarden Euro an die beiden staatlichen Immobilienfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac. Diese hatten sich von der Deutschen Bank bei Hypothekengeschäften aus den Jahren 2005 bis 2007 übers Ohr gehauen gefühlt.

Auch andere Banken mussten zahlen

"Die heutige Vereinbarung ist ein weiterer Schritt, die Altlasten der Bank zu bereinigen", erklärten die beiden Bankchefs Jürgen Fitschen und Anshu Jain am Freitag in Frankfurt. "Wir beabsichtigen, in dieser Hinsicht 2014 weitere Fortschritte zu erzielen."

Die zuständige US-Aufsichtsbehörde FHFA hatte im September 2011 Klage gegen insgesamt 17 Finanzkonzerne eingereicht. Der Vorwurf: Die Häuser hätten die in den Hypothekenpapieren enthaltenen Hauskredite zu rosig dargestellt. Die Folge: Als die Immobilien- und Finanzkrise ab 2007 hereinbrach, konnten viele Hauseigentümer in den USA ihre Raten nicht mehr zahlen und die Wertpapiere verloren massiv an Wert.

Großbanken haben in ähnlichen Fällen bereits milliardenschwere Abbitten geleistet. Für die Deutsche Bank ist es nach eigenen Angaben der größte einzelne Rechtsstreit im Zusammenhang mit Hypotheken. "Wir haben uns aus der Art von Hypothekengeschäften, die zu diesen Forderungen geführt haben, verabschiedet und unsere Kontrollen weiter verbessert", erklärten Fitschen und Jain. Die Zahlung ist den Angaben zufolge weitestgehend durch Rückstellungen abgedeckt.

Für Geduldige

Die Summe fällt zwar hoch aus. Wichtig ist aber, dass die Deutsche Bank – und auch der Markt – nun eine Sorge weniger haben. DER AKTIONÄR sieht den fairen Wert der Aktie bei 47 Euro. Allerdings wird es dauern, bis die Aktie ihre dramatische Unterbewertung abgebaut haben wird. Wer die Geduld hat, setzt den Stoppkurs bei 29 Euro.

Mit Material von dpa-AFX

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Fabian Strebin | 0 Kommentare

Deutsche Bank: So geht das

Deutsche-Bank-Vorstandsvorsitzender John Cryan krempelt den Konzern radikal um. Neben einer strategischen Neuausrichtung geht er auch die Altlasten bei den Rechtsstreitigkeiten an. Fehltritte und verschiedene Vergehen kosteten die Bank in der Vergangenheit Milliarden. In den USA konnte man nun … mehr
| Andreas Deutsch | 1 Kommentar

Egbert Prior: Meine erste Aktie

Aller Anfang ist schwer an der Börse – das gilt sowohl für Profis als auch für Amateure. Exklusiv für den AKTIONÄR erinnert sich Egbert Prior, langjähriger Herausgeber der Prior Börse, an sein erstes Investment. mehr
| Fabian Strebin | 0 Kommentare

Deutsche Bank: Hört doch endlich auf!

Am Anfang war es einfach nur lästig: Mehrere demokratische Abgeordnete im US-Repräsentantenhaus forderten immer wieder Informationen von der Deutschen Bank über die Beziehungen zu Donald Trump. Der Konzern gilt als einer der größten Gläubiger des Präsidenten. Was anfangs nur wie ein politisches … mehr
| Fabian Strebin | 0 Kommentare

Deutsche Bank: Eine Million ist zu wenig

Wer mehr als eine Million Euro anlegen kann, hat sich bislang bei der Deutschen Bank von „Normal-Investoren“ unterschieden. Der Konzern hat dieses Klientel gesondert von den normalen Privatkunden in der Vermögensverwaltung betreut. Damit soll jetzt Schluss sein, denn die Bank will auch hier sparen. mehr