Deutsche Bank
- Andreas Deutsch - Redakteur

Deutsche Bank zockt weiter mit Mais und Co - Aktie im Fokus

Die Deutsche Bank will trotz Kritik an massiv schwankenden Nahrungspreisen als Mitursache für Hunger in der Welt an Finanzanlagen auf Agrarrohstoffe festhalten - im Interesse ihrer Kunden, wie es heißt.

Nach einer ausführlichen Prüfung habe man "keinen Nachweis gefunden, dass die Spekulation für die Preisentwicklung verantwortlich ist", sagte Co-Vorstandschef Jürgen Fitschen am Samstag am Rande der Grünen Woche in Berlin. Die Entscheidung stieß umgehend auf Proteste. Anlässlich der weltgrößten Agrarmesse forderten Regierungsvertreter aus rund 80 Staaten mehr Investitionen für die Landwirtschaft in armen Ländern der Erde.

Kurzzeitig ausgesetzt

Die Deutsche Bank will "im Interesse ihrer Kunden" weiterhin Finanzprodukte auf Agrarprodukte anbieten, darunter börsennotierte Indexfonds. Das hat der Vorstand beschlossen, wie Fitschen sagte. Nach Vorwürfen von Entwicklungs- und Verbraucherorganisationen hatte die größte deutsche Bank das Neugeschäft mit solchen Anlageformen im März vergangenen Jahres ausgesetzt, um sie zu überprüfen. Kritiker warnen, Finanzgeschäfte auf Basis von Rohstoffen wie Reis, Mais oder Soja verschärften Preisexplosionen bei Grundnahrungsmitteln.

Harte Kritik von Foodwatch

Die Verbraucherorganisation Foodwatch hatte der Deutschen Bank vorgeworfen, sie mache sich "wissentlich mitschuldig an Hungerkrisen in den ärmsten Ländern der Welt". Geschäftsführer Thilo Bode sagte: "Verantwortlich handeln hieße für die Deutsche Bank, sich vorsorglich aus der Spekulation mit Agrarrohstoffen zu verabschieden."

Aktie legt zu

Bei den Anlegern stößt die Meldung auf kaum Resonanz. Die Aktie der Deutschen Bank steigt im frühen Handel um 0,3 Prozent. Spekulativ orientierte Anleger nutzen die Chance zum Einstieg. Der Titel hat Potenzial bis 50 Euro. Der Stoppkurs sollte bei 29,50 Euro gesetzt werden.

Mit Material von dpa-AFX

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| Fabian Strebin | 0 Kommentare

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