Deutsche Bank
- Andreas Deutsch - Redakteur

Deutsche Bank und Co: Neuer Skandal? Aktie unter Beschuss

Der Deutschen Bank und anderen internationalen Großbanken könnte neues Ungemach wegen dubioser Geschäftspraktiken drohen. Nach dem Skandal um manipulierte Referenzzinssätze geht es nun um die mögliche Beeinflussung von Devisenkursen durch Händler.

Die neue britische Finanzaufsicht FCA hat bereits eine Voruntersuchung eingeleitet, wie ein Behördensprecher der Financial Times (Donnerstagsausgabe) sagte. Die Aufseher forderten Informationen zahlreicher Banken an, darunter der Zeitung zufolge auch von der Deutschen Bank. Damit sei aber keinerlei Verdacht gegen einzelne Institute verbunden, ließ die Behörde verlauten.

Insiderkenntnisse genutzt?

Zuvor hatten fünf Händler bei der Nachrichtenagentur Bloomberg anonym beschrieben, wie sie über Jahre täglich versuchten, an den kurzfristigen Spotmärkten für Währungen die Kursermittlung zu beeinflussen und Insiderkenntnisse für eigene Geschäfte zu nutzen. Das Devisengeschäft mit einem täglichen Handelsvolumen von rund 4,7 Billionen Dollar gilt als der größte Finanzmarkt überhaupt, ist allerdings anders als Aktienbörsen nur wenig reguliert.

Aufsichtsbehörden sind spätestens seit dem Libor-Skandal um manipulierte Zinssätze besorgt über die Anfälligkeit von wichtigen Referenzwerten in der Finanzwelt. Inzwischen laufen auch Untersuchungen bei Benchmarks für den Ölpreis und im Gasgeschäft. Ebenfalls unter Manipulationsverdacht steht das von einer Handvoll Großbanken zweimal täglich festgesetzte Londoner Goldpreisfixing.

Nur für Mutige

Das Marktumfeld ist nervös, die Meldung setzt der Aktie der Deutschen Bank zusätzlich zu. Mutige Anleger können die Kursschwäche zum Einstieg nutzen und darauf spekulieren, dass die Deutsche Bank ihre Unterbewertung abbaut. DER AKTIONÄR sieht den fairen Wert der Aktie bei 45 Euro. Der Stoppkurs sollte bei 29 Euro gesetzt werden.


Mit Material von dpa-AFX

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| Nikolas Kessler | 0 Kommentare

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