Deutsche Bank
- Andreas Deutsch - Redakteur

Deutsche Bank: 80 Millionen Euro - für ein Jahr Arbeit

Die Deutsche Bank hat nach Informationen des Stern im Jahr 2009 einem einzelnen Investmentbanker 80 Millionen Euro Bonus genehmigt. Die Aktie des deutschen Marktführers ist am Mittwoch gefragt.

Wie der Stern in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, sollte mit dieser Summe ein Zinsspekulant für das Jahr 2008 belohnt werden, gegen den inzwischen wegen der Manipulation des Referenzzinses Libor ermittelt wird und den das Institut 2011 entlassen hat. Die Bank behielt daraufhin nach früheren Informationen mehrerer Medien 40 Millionen Euro der Rekordsumme ein.

Suspendiert oder entlassen

Ein Sprecher des Konzerns wollte sich am Mittwoch in Frankfurt nicht zu dem konkreten Fall äußern. Er bekräftigte: "Nachdem die Bank festgestellt hat, dass sich eine bestimmte Zahl von Mitarbeitern unangemessen verhalten hatte, hat sie diese Mitarbeiter suspendiert oder entlassen und verfallbare Vergütungskomponenten einbehalten. Dies wird auch weiterhin der Fall sein, während wir die Untersuchung zu Ende führen."

Eigentlich abgeschafft

Der extrem hohe Bonusanspruch des inzwischen gefeuerten Deutsche-Bank-Mitarbeiters ergab sich laut Stern aus einer vertraglichen Formel, nach der dem Mann ein fixer Prozentsatz der von ihm erzielten Spekulationsgewinne zustand. Der seit Juni 2012 amtierende Co-Chef Anshu Jain hatte im Januar 2013 erklärt, derartige Vergütungsmodelle gebe es bei dem DAX-Konzern seit der Finanzkrise nicht mehr.

Der frühere Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann bekam in seinen besten Zeiten rund 14 Millionen Euro - Festgehalt plus Bonus. Für das Krisenjahr 2008 hatten Ackermann und seine Vorstandskollegen auf Boni in Millionenhöhe verzichtet.

Chance für Mutige

Die Anleger nehmen von der Meldung kaum Notiz und investieren in Deutsche-Bank-Aktien. Der Titel notiert am Mittwochmittag um 0,4 Prozent auf 36,79 Euro. DER AKTIONÄR sieht Potenzial bis 50 Euro, der Stoppkurs sollte bei 31 Euro gesetzt werden.

Mit Material von dpa-AFX

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| Jonas Lerch | 0 Kommentare

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