Deutsche Bank
- Andreas Deutsch - Redakteur

Deutsche Bank: Aktie tritt auf der Stelle

Nach einem ordentlichen Start in die Woche geht es im frühen Dienstaghandel leicht abwärts mit der Aktie der Deutschen Bank. Deutschlands Marktführer macht heute mit dem Umbau der Tochter Sal. Oppenheim Schlagzeilen.

"Den Startschuss dürfte das Geschäft mit den Reichsten der Reichsten markieren", heißt es in einem Bericht der Welt unter Berufung auf Finanzkreise. Die auf Beratung von Milliardären und deren Familien (sogenannte Family Offices) spezialisierte Oppenheim Vermögenstreuhand (OVT) solle mit der zum Konzern gehörenden Wilhelm von Finck Deutsche Family Office verschmolzen werden. Die Gespräche seien weit gediehen und es spreche viel für einen Zusammenschluss, hieß es.

Noch keine Entscheidung gefallen

Durch die Zusammenlegung wolle die größte deutsche Bank die Kräfte in dem Segment bündeln. Es solle ein Marktführer für Family-Office-Dienstleistungen entstehen. Die drei Standorte Frankfurt, Köln und München sollen dabei bestehen bleiben. "Auch ein Kahlschlag bei den Mitarbeitern soll dem Vernehmen nach vermieden werden - anders als es bei der Integration von Sal. Oppenheim insgesamt befürchtet wird", hieß es in dem Bericht. Die Bank bestätigte der Zeitung, dass ein Zusammengehen geprüft wird. Eine Entscheidung sei aber noch nicht gefallen, sagte eine Sprecherin der Welt.

Sal. Oppenheim war bis Mitte des vergangenen Jahrzehnts die größte Privatbank Europas, ging dann aber in der Finanzkrise wegen Fehlspekulationen, zahlreichen Skandalen und schweren Fehlern der Führungsspitze unter. Das 1789 gegründete Institut musste ihre Eigenständigkeit aufgeben und in die Arme der Deutschen Bank flüchten.

Derzeit laufen einige Prozesse von enttäuschten Anlegern - vor allem die Verwicklung in die Pleite des Handelskonzerns Arcandor und die Beziehungen zum Fonds-Entwickler Josef Esch sorgen für viele juristische Probleme. Die Deutsche Bank versucht derweil das operative Geschäft von Sal. Oppenheim wieder zum Laufen zu bringen.

Chance für Mutige

Die charttechnische Situation bei der Deutschen Bank hat sich eingetrübt. Das rutschte unter den seit Sommer gültigen Aufwärtstrend. DER AKTIONÄR hält aber an seiner spekulativen Kaufempfehlung für die Deutsche-Bank-Aktie fest. Der Titel hat Potenzial bis 50 Jahre. Der Stoppkurs sollte bei 31 Euro gesetzt werden.

Mit Material von dpa-AFX

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Martin Mrowka | 0 Kommentare

Deutsche Bank und Commerzbank: Gefahr aus Italien

"Geht der Deutschen Bank das Geld aus?" titelte DER AKTIONÄR am gestrigen Donnerstag etwas provokativ. In ernsten Schwierigkeiten ist Deutschlands Bankenprimus noch nicht. Hintergrund der Story war die nach wie vor zu dünne Kapitaldecke der Großbank, wie der jüngste Banken-Stresstest ergab. Nun … mehr
| Jonas Lerch | 0 Kommentare

Deutsche Bank: Die Lage ist ernst

Die amerikanische Demokratin Maxine Waters wird künftig wahrscheinlich den Finanzausschuss im Repräsentantenhaus leiten. Das könnte neuen Ärger für die Deutsche Bank bedeuten. Denn die Hausbank von US-Präsident Donald Trump steht im Visier ihrer großen Aufklärungsmission. Waters ist aber auch … mehr