Deutsche Bank
- Andreas Deutsch - Redakteur

Deutsche Bank: Mit Schwung über die 33-Euro-Marke

In einem positiven Marktumfeld zählt die Aktie der Deutschen Bank am Montag zu den stärksten Werten im DAX. Nach den Verlusten der vergangenen Tage kommt die Gegenbewegung nicht überraschend. DER AKTIONÄR erwartet weiter steigende Kurse.

Analyst Andreas Pläsier von Warburg Research führt die Kursgewinne bei der Deutschen Bank und anderen Bank-Aktien zum einen auf eine Gegenbewegung nach den überdurchschnittlichen Verlusten von Freitag hin. Zum anderen verwies der Experte auf die Absicht des Vizechefs der US-Bankenaufsicht FDIC, Thomas Hoenig, die internationalen Kapitalregeln für Banken, Basel III, in letzter Minute zu kippen. Eine mögliche Verzögerung der Einführung der Kapitalregeln und damit eine bessere Überprüfung von deren möglichen Auswirkungen könnte die Situation für die deutschen Banken verbessern, meinte Pläsier.

Positive Gespräche in den USA

Analyst Christian Hamann von der Hamburger Sparkasse sah die konjunktursensiblen Bankaktien von der Hoffnung auf wirtschaftliche Erholung gestützt, nachdem in den USA der Republikaner John Boehner, Sprecher des Repräsentantenhauses, das erste Gespräch mit Präsident Barack Obama über den US-Haushalt als konstruktiv bezeichnet hatte. Auch der DAX hatte darauf am Vormittag positiv reagiert.

Hamann sprach von einem guten Start der Verhandlungen, mit denen die drohenden automatischen Ausgabenkürzungen und Steuererhöhungen zum Jahresende vermieden werden sollen. Die Anleger seien nun erleichtert. Sollten die Gespräche scheitern, halten Experten einen massiven Konjunktureinbruch für möglich. In der Folge wären Hamann zufolge Kreditabschreibungen bei den Banken möglich.

Fitschen warnt vor Trennbankensystem

Unterdessen hat Deutsche-Bank-Chef Jürgen Fitschen vor ungleichen Regeln für Banken in Europa und anderen wichtigen Wirtschaftsräumen gewarnt. Europas Finanzindustrie werde zurückfallen, wenn Pläne zur Zerschlagung großer Banken nur dort umgesetzt würden, sagte Fitschen am Montag in Frankfurt. "Den Wunsch, den Anleger zu schützen, teilen wir alle. Der ist aber nicht zwingend durch dieses Trennbankensystem erfüllt."

Scharf kritisierte Fitschen Bestrebungen der USA, die global ausgehandelten, schärferen Kapitalregeln ("Basel III") nicht ab dem 1. Januar 2013 umzusetzen: "Es kann nicht sein, dass man fünf vor zwölf wieder so eine Diskussion vom Zaun bricht."

Mutige kaufen

DER AKTIONÄR hält an seiner Empfehlung fest: Spekulativ orientierte Anleger können das günstige Niveau zum Einstieg bei der Deutschen Bank nutzen. Ein Stoppkurs bei 29,50 Euro sichert die Position ab.

Mit Material von dpa-AFX

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