Deutsche Bank
- Andreas Deutsch - Redakteur

Deutsche Bank: Kapitalerhöhung droht - was macht die Aktie?

Die Deutsche Bank steht am Donnerstag im Fokus der Anleger. Da ist zum einen ein skeptischer Analystenkommentar. Zum anderen gibt es neuen Ärger mit den Anwälten des verstorbenen Leo Kirch.

Die US-Bank JPMorgan hat die Einstufung für Deutsche Bank auf Neutral" belassen. Das Kreditinstitut müsse bei den jetzt vom Basler Ausschuss für Bankenregulierung vorgeschlagenen Verschuldungsquotienten wegen der Größe seiner Bilanz wohl wieder zu einer Kapitalerhöhung greifen, schrieb Analyst Kian Abouhossein in einer Branchenstudie vom Donnerstag.

Zwei Möglichkeiten

Die Bank müsse ihre Bilanzsumme um 22 Prozent schrumpfen oder ihr Basel-III-Kernkapital um 15,8 Milliarden Doller erhöhen. Ansonsten seien die vorgeschlagenen Verschuldungskennziffern, die noch nicht endgültig seien und deren Umsetzung langwierig ausfallen dürfte, für die globalen Investmentbanken machbar.

Kirch und kein Ende

Darüber hinaus lassen die Anwälte des verstorbenen Medienunternehmers Leo Kirch in ihrer Fehde mit der Deutschen Bank nicht locker. Die Kirch-Anwälte legten wie erwartet gegen die Beschlüsse der außerordentlichen Hauptversammlung des Instituts im April und der regulären Hauptversammlung vom 23. Mai Anfechtungsklagen beim Landgericht ein. Ein entsprechender Bericht des Handelsblatts wurde in Finanzkreisen bestätigt. Die Kirch-Seite begründet die Klagen mit der Verletzung der Informationsrechte der Aktionäre sowie Formfehlern.

Seit Jahren überzieht die Kirch-Seite die Deutsche Bank mit Klagen und nimmt sich dabei auch die Hauptversammlungen vor. Zuletzt hatte sie damit Erfolg und zwang das Institut zur außerordentlichen Hauptversammlung im Frühjahr. Das ist aber nur ein Nebenschauplatz für die eigentliche Auseinandersetzung. Die Kirch-Seite fordert in einem Prozess vor dem Oberlandesgericht München zwei Milliarden Euro Schadenersatz von der Deutschen Bank. Sie macht das Institut für die Pleite des Medienimperiums von Leo Kirch im Jahr 2002 verantwortlich.

Nur für Mutige

Die Aktie der Deutschen Bank legt am Donnerstag trotz der schlechten Nachrichten zu. Allerdings dürfte dies nichts weiter als eine technische Gegenreaktion nach den Verlusten der vergangenen Tage sein. Die charttechnische Situation hat sich beim DAX-Wert eingetrübt. Investierte Anleger beachten den Stoppkurs bei 29 Euro.

Mit Material von dpa-AFX

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