Deutsche Bank
- Andreas Deutsch - Redakteur

Deutsche Bank: Schlimme Vorwürfe - Aktie steigt trotzdem

Kaum ist juristischer Ärger in den USA ausgestanden, hat die Deutsche Bank neue Probleme. Dem deutschen Marktführer und weiteren internationalen Investmentbanken drohen EU-Geldbußen wegen verbotener Absprachen bei Börsenwetten.

Die Europäische Kommission hat in einem laufenden Kartellverfahren Briefe mit Vorwürfen an die Banken geschickt, teilte die EU-Behörde am Montag in Brüssel mit. Am Ende des Verfahrens könnten Strafen bis zu zehn Prozent eines Jahresumsatzes stehen. Die Institute sollen den Wettbewerb im Geschäft mit Kreditausfallprodukten (Credit Default Swaps/CDS) verhindert haben. Diese oft undurchsichtigen Absicherungsgeschäfte stehen seit Ausbruch der Finanzkrise am Pranger.

Vorwürfe gegen mehrere Banken

Ein Großteil dieser CDS wird zwischen den Banken direkt (Over the Counter) gehandelt und gilt entsprechend als wenig transparent. In diesen Markt möchten und sollen nach Wunsch der Politik stärker beaufsichtigte Börsenbetreiber wie die Deutsche Börse oder die Chicago Mercantile Exchange eindringen. Doch daran sollen sie von den Banken in den Jahren 2006 bis 2009 laut EU-Untersuchung gehindert worden sein.

Die Untersuchungen richten sich gegen die Bank of America Merrill Lynch, Barclays , Bear Stearns, BNP Paribas, Citigroup, Credit Suisse, Deutsche Bank, Goldman Sachs, HSBC, JP Morgan, Morgan Stanley, Royal Bank of Scotland, UBS sowie die Vereinigung International Swaps and Derivatives Association (ISDA) und den Datenanbieter Markit.

Kein "Slumlord"

Seit Kurzem ist die Deutsche Bank eine Sorge los: Die sogenannte "Slumlord"-Klage der Stadt Los Angeles gegen die Deutsche Bank ist hinfällig. Die Kommune hatte der Bank vorgeworfen, sie hätte gepfändete Häuser säumiger Schuldner verwahrlosen lassen und damit zum Niedergang ganzer Wohnviertel beigetragen. Die Bank konnte sich nun mit ihrer Auffassung durchsetzen, sie sei schlicht der falsche Adressat für die Vorwürfe.

Chance für Mutige

Die Vorwürfe haben am Montag keine Auswirkungen auf den Aktienkurs der Deutschen Bank. Der Titel liegt ein halbes Prozentpunkt im Plus. Für den AKTIONÄR bleibt die Aktie der Deutschen Bank eine Kaufchance für spekulativ orientierte Anleger. Der Titel ist im Branchenvergleich günstig bewertet und hat jede Menge Nachholpotenzial. Das Kursziel lautet 45 Euro, der Stoppkurs sollte bei 29 Euro gesetzt werden.

Mit Material von dpa-AFX

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