Deutsche Bank
- Andreas Deutsch - Redakteur

Deutsche-Bank-Aktie: Die Bullen müssen weiter warten

Selten waren die Analysten so optimistisch für die Aktie der Deutschen Bank. Doch seit Tagen tritt das Papier auf der Stelle. Geduld ist auch bei der Deutschen-Bank-Tochter Sal. Oppenheim gefragt.

Die Deutsche-Bank-Tochter Sal. Oppenheim wird nach Einschätzung ihres Managements frühestens im übernächsten Jahr wieder Gewinne erzielen. "2015 werden wir wieder schwarze Zahlen schreiben", sagte der seit April amtierende Vorstandsvorsitzende der Kölner Privatbank, Wolfgang Leoni , am Montag in Frankfurt. 2013 und 2014 seien noch vom Umbau des Traditionshauses belastet.

Sal. Oppenheim braucht länger

Die Bank mit zuletzt 870 Arbeitsplätzen hatte Ende Mai mitgeteilt, bis Ende 2014 bis zu 330 Stellen in Deutschland zu streichen. "Wir haben dieses Mal sehr tief geschnitten und sind kostenmäßig so niedrig gegangen, dass wir hier auf längere Sicht keine weiteren Maßnahmen ergreifen müssen", sagte Leoni. Lediglich am Standort Luxemburg mit derzeit 160 Stellen könnte es noch zu überschaubaren Einschnitten beim Personal kommen: "Da kann es sein, dass wir noch eine kleine Arrondierung vornehmen", sagte Leoni.

Die einst größte europäische Privatbank mit zeitweise gut 4.000 Mitarbeitern war nach Fehlspekulationen und hohen Verlusten 2009 von der Deutschen Bank übernommen worden. Sal. Oppenheim will sich nun ganz auf das Kerngeschäft Vermögensverwaltung konzentrieren.

Bundesverfassungsgericht im Fokus

Neben der Entwicklung bei Sal. Oppenheim steht am Dienstag die Verhandlung des Bundesverfassungsgerichts über den Euro-Rettungsschirm im Fokus der Anleger. Im September 2012 hatte Deutschlands höchstes Gericht unter Auflagen den Weg für den deutschen ESM-Beitrag vorläufig frei gemacht. Die Rolle der Europäischen Zentralbank soll in dem jetzt anstehenden Hauptsacheverfahren geprüft werden.

Mutige steigen ein

Die Aktie der Deutschen Bank steht am Dienstag unter Druck. Sie verliert im frühen Handel 0,6 Prozent. Für mutige Anleger bedeuten schwache Tage eine Einstiegschance. Das Kursziel des AKTIONÄR lautet 45 Euro. Der Stoppkurs sollte bei 29 Euro gesetzt werden.


Mit Material von dpa-AFX

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| Nikolas Kessler | 0 Kommentare

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