Deutsche Bank
- Andreas Deutsch - Redakteur

Deutsche-Bank-Aktie: Die Angst ist zurück

Die Aktie der Deutschen Bank gehört am Mittwoch zu den schwächsten Werten im DAX. Ein Grund für die schwache Performance sind verstärkte Sorgen in der Eurozone. Zudem ist Standard & Poor's skeptisch für einige Banken.

Die Deutsche Bank hat von der Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) einen Schuss vor den Bug bekommen. Die Kreditexperten senkten in der Nacht zu Mittwoch ihre Bewertung für die Kreditwürdigkeit des Instituts um eine Stufe von "A+" auf "A". Das begründeten sie nicht nur mit dem schwierigen Umfeld für Banken angesichts der immer härteren Regeln, sondern auch mit der Strategie des Konzerns. Die starke Konzentration auf das schwankungsanfällige Investmentbanking sieht S&P mit Sorge. Trotz des kräftig erhöhten Eigenkapitals seien die Risiken gestiegen, hieß es.

Auch Barclays und Credit Suisse betroffen

Auch die britische Bank Barclays und die Schweizer Credit Suisse wurden von der Ratingagentur wegen ihres großen Investmentbankings abgewertet. Sie notieren nun ebenfalls nur noch bei "A". Angesichts des unsicheren Umfelds sei es für die drei Institute schwer, stabile und planbare Erträge zu erwirtschaften. Zumindest müssen die Geldhäuser zunächst mit keiner weiteren Abwertung rechnen, der Ausblick sei "stabil", erklärte S&P.

In ihrer Analyse erinnerte S&P Investoren an die weiterhin großen Risiken für die Branche. Die strengeren gesetzlichen Auflagen, die unsichere globale Wirtschaftslage, die Stagnation in Europa und die möglichen Kosten aus den zahlreichen Rechtsstreitigkeiten belasteten die Institute. Schon in den vergangenen Tagen waren die Kurse für die Kreditausfallversicherungen der Banken deutlich angezogen.

Bei der Deutschen Bank und Barclays betonte S&P insbesondere die anhaltenden Sorgen über die künftigen Kapitalregeln für das US-Geschäft. Das könnte dazu führen, dass sie viel frisches Geld in ihr dortiges Geschäft schießen müssen, was die Ertragskraft der beiden Schwergewichte belasten dürfte. Die Deutsche Bank hatte erst vor zwei Monaten über eine Kapitalerhöhung knapp drei Milliarden Euro eingesammelt und wollte damit eigentlich die Diskussion über ihre Kapitalausstattung beenden.

Nur für Mutige

Das Sentiment für Banken ist schlecht. Die charttechnische Situation bei der Deutschen Bank hat sich in den vergangenen Tagen deutlich eingetrübt. Investierte Anleger beachten den Stopp bei 29 Euro.

Mit Material von dpa-AFX

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