Deutsche Bank
- Andreas Deutsch - Redakteur

Deutsche-Bank-Aktie für 12,99 Euro - diese Probleme belasten massiv

Die Aktie der Deutschen Bank befindet sich im freien Fall. Das Brexit-Risiko ist nur ein Problem für den deutschen Marktführer.


John Cryan ist nicht zu beneiden. Der Brite muss bei der Deutschen Bank aufräumen, aber das Umfeld macht ihm das Leben sehr schwer. Zu seiner Strategie gehört, die Postbank zu verkaufen, was angesichts der Marktturbulenzen derzeit überaus kompliziert ist. Cryan sagt, es brauche „kreative Lösungen“. Wie diese aussehen sollen, hat er bislang verschwiegen. Möglich ist ein Börsengang in mehreren Schritten - oder eben ein Verkauf an Dritte.

42 Prozent Kursverlust

Cryan muss schnell Lösungen präsentieren, wie er die Deutsche Bank insgesamt wieder flottmachen kann. Seit Jahresbeginn verloren die Deutsche-Bank-Papiere 42 Prozent. Die Deutsche Bank ist damit der schlechteste Dax-Wert in diesem Jahr.

Warburg-Analyst Pläsier fürchtet angesichts des schwierigen Geschäftsumfelds, dass sich die schwache Kursentwicklung fortsetzt. Die Zielsenkung resultiere aus einer Anpassung seines Modells und der zugrundeliegenden Schätzungen an die schweren Belastungsfaktoren. Unter anderem drückten die wegbrechenden Umsätze und das rückläufige Zinsniveau auf das Geschäft.

Womit wir mal wieder beim Damoklesschwert Kapitalerhöhung wären. „Die Eigenkapitalanforderungen der kommenden Jahre dürften nur zu erfüllen sein, wenn die Bank keine unerwarteten Probleme bekommt“, warnt die FAZ am Freitag. „Sollte die Bank aber ein Problem mit ihrem Eigenkapital bekommen, würde eine Aufnahme zusätzlichen Kapitals über die Ausgabe neuer Aktien angesichts der derzeitigen Kursentwicklung schwierig.“

Nur für Zocker

Die Aktie der Deutschen Bank ist derzeit aus fundamentaler als auch charttechnischer Sicht angeschlagen. Ein Kauf des Titels bietet sich höchstens für hartgesottene Trader, die auf eine Erholungsrallye bei einem Bremain setzen wollen, an.

(Mit Material von dpa-AFX)

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