Deutsche Bank
- Andreas Deutsch - Redakteur

Deutsche Bank: 23 Euro oder 38,90 Euro - was ist die Aktie wirklich wert?

Bei der Deutschen Bank gehen die Meinungen der Analysten weit auseinander. Zuletzt gab es vor allem skeptische bis pessimistische Expertenkommentare. Ein Analyst sieht allerdings noch deutlich Luft für die Aktie.

Zehn Analysten empfehlen die Deutsche-Bank-Aktie derzeit zum Kauf. 18 Experten sagen „Halten“, 16 Analysten raten den Anlegern zum Verkauf der Aktie. Im Schnitt sehen die Analysten Luft für die Aktie bis 30,98 Euro – macht ein Potenzial von 7,5 Prozent.

Besonders bullish für die Aktie 38,90 Euro, er sagt „Kaufen“. Ganz anderer Meinung ist Andrew Lim von Societe Generale. Er sagt „Verkaufen“ mit Kursziel 23 Euro.

„Keine verlorene Zeit“

Die Deutsche Bank stand in der vergangenen Woche im Brennpunkt der Anleger. Grund war die Hauptversammlung des DAX-Konzerns. Dort machte die Deutsche Bank unmissverständlich klar: Das Unternehmen will seinen umstrittenen Kurswechsel mit einem neu aufgestellten Vorstand vorantreiben. „Auch wenn manche über Phantomschmerzen zu verfügen scheinen: Richtungsdiskussionen gehören der Vergangenheit an“, betonte Aufsichtsratschef Paul Achleitner.

Co-Chef Jürgen Fitschen sagte, die vergangenen drei Jahre seien „keine verlorene Zeit" gewesen. „Wir fühlen uns auf einer besseren Basis als vor drei Jahren." Allerdings sei der Abbau von Altlasten teurer und dauere länger als gedacht. Zudem habe das Management die neuen Vorgaben der Aufseher weltweit unterschätzt.“

Das Management der Deutschen Bank wird neu organisiert. Privatkunden-Chef Rainer Neske, der vergeblich gegen die Trennung von der Postbank gekämpft hatte, wird die Deutsche Bank nach 25 Jahren zum 30. Juni verlassen. Der zweite Mann in der Privatkunden-Sparte, Christian Ricken, verliert seinen Posten im erweiterten Vorstand. Neuer Privatkunden-Chef wird überraschend Christian Sewing, der seit Jahresbeginn für die juristischen Altlasten zuständig ist.

Der vor allem in Deutschland umstrittene Jain übernimmt die Verantwortung für Strategie und Organisationsentwicklung. Fitschen, der durch den laufenden Kirch-Prozess in München belastet ist, bekommt keine neuen Aufgabengebiete, sondern gibt die Zuständigkeit für die unternehmensinterne „Bad Bank“ ab.

Kursziel: 40 Euro

DER AKTIONÄR sieht den fairen Wert der Deutschen-Bank-Aktie bei 40 Euro. Der Stopp sollte bei 24,50 Euro gesetzt werden.

(Mit Material von dpa-AFX)

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • akkusoon -
    Der Vertrauens- und Imageverlust ist immens. Aus moralischen und Vernunftgründen lehne ich Aktien von solchen Banken mittlerweile kategorisch ab, möge ein Kursziel auch noch so verlockend sein. Da sind doch in der Vergangenheit immer wieder die besten Ziele analysiert worden. Kurz darauf wurden dann weitere Gesetzesbrüche bekannt und damit eine weitere "Sau durchs Dorf getrieben". Mein Gesamt-Kapital habe ich seit längerem einer regionalen Bank, der Nationalbank hier in der Region Essen, mit einer sehr guten Kundenbetreuung anvertraut. Ich werde das mit meinem Gehalts /Girokonto i. K. ebenfalls machen. Auch mein Online-Trading läuft keinesfalls über solche Banken, wie z. B. Commerzbank oder die Deutsche Bank.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Fabian Strebin | 0 Kommentare

Deutsche Bank: Keine Fusion mit der Commerzbank

Im vergangenen Jahr gab es bereits erste Gespräche zwischen Deutscher Bank und Commerzbank über eine mögliche Fusion. In einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung äußert sich jetzt Deutsche-Bank-Finanzvorstand James von Moltke erneut zu dem Thema. Außerdem gibt er Entwarnung, was die neuen … mehr
| Fabian Strebin | 0 Kommentare

Deutsche Bank: Droht 2017 wieder ein Verlust?

Das Jahr 2016 haben Aktionäre der Deutschen Bank in böser Erinnerung. Damals schockte CEO John Cryan die Anteilseigener mit einem Verlust von 1,4 Milliarden Euro. Im laufenden Jahr wollte der Konzern wieder in die Gewinnzone zurückkehren. Doch ausgerechnet die lange erwartete US-Steuerreform könnte … mehr
| Fabian Strebin | 0 Kommentare

Deutsche Bank: Outperformance gegenüber DAX

Aktionäre der Deutschen Bank konnten sich zuletzt freuen: In den vergangenen Monaten lief das Papier deutlich besser als der Gesamtindex DAX. Auf Sicht von zwölf Wochen hat der Titel annähernd 20 Prozent gewonnen, während der DAX nur um 6,4 Prozent zulegte. Wie geht es jetzt weiter? mehr