Deutsche Bank
- Andreas Deutsch - Redakteur

Deutsche Bank: 17 Euro oder 28 Euro - wo steuert die Aktie hin?

Auch noch eine Woche nach den grottenschlechten Zahlen für 2015 korrigieren einige Analysten ihre Kursziele für die Aktie der Deutschen Bank. Eine Bodenbildung ist nicht in Sicht.


Besonders enttäuscht von den Zahlen ist Philipp Häßler. Der Equinet-Analyst hat das Kursziel hat sein Kursziel von 27 auf 17 Euro gesenkt, aber die Einstufung auf "Neutral" belassen. Auch wenn die Aktien nicht sonderlich teuer aussähen, sei es zu früh, um zu investieren, so Häßler. Wegen der hohen Ausgaben für die Restrukturierung und Rechtsstreitigkeiten dürfte 2016 ein weiteres schwieriges Jahr für die Deutsche Bank werden.

Morgan Stanley hat das Kursziel für Deutsche Bank von 26,10 auf 22,10 Euro gesenkt, aber die Einstufung auf "Equal-weight" belassen. Die schwachen Zahlen zeigten wie notwendig eine Neustrukturierung sei und in welchem Umfang die ungelösten Rechtsstreitigkeiten belasteten, so Analyst Huw Van Steenis in seiner Studie vom Freitag. In diesem Jahr dürfte die Bank kein Kapital generieren sowie 2016 und 2017 keine Dividende auszahlen.

Ganz anderer Meinung ist Kian Abouhossein von JPMorgan. Zwar hat auch er das Kursziel gesenkt, allerdings traut er der Aktie immerhin noch 28 Euro zu nach zuvor 35 Euro. Seine Einschätzung lautet auf „Übergewichten“. Die Deutsche-Bank-Aktie preise derzeit eine Kapitalerhöhung ein, welche das Management bei der jüngsten Quartalszahlen-Vorlage ausgeschlossen habe, und biete auf dem derzeitigen Kursniveau eine Kaufgelegenheit.

Viele Probleme

Auf der einen Seite ist es positiv, dass Deutsche-Bank-Chef John Cryan ohne Rücksicht auf Verluste bei dem deutschen Marktführer aufräumt. Auf der anderen Seite bleiben aber viele Fragen und Unsicherheiten: Wie will die Deutsche Bank in Zukunft Geld verdienen? Wie geht es bei den rund 6.000 Rechtsstreitigkeiten weiter? Kommt die Bank wirklich ohne Kapitalerhöhung aus? Solange die Börse hier nicht Antworten hat, wird es höchstens ab und zu kurzen Rallyes kommen. Eine nachhaltige Trendwende ist allerdings nicht in Sicht.

(Mit Material von dpa-AFX)

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