Deutsche Bank
- Fabian Strebin - Redakteur

Deutsche Bank: Zurück zu den Wurzeln

Die Deutsche Bank besinnt sich nach ihrer wohl schwersten Krise im vergangenen Herbst wieder mehr auf ihre Wurzeln. Neben dem Heimatmarkt Deutschland ist das die Außenhandelsfinanzierung für Unternehmen.

Laut verschiedenen Studien internationaler Organisationen nehmen die weltweiten Kontakte von Banken zu Finanzinstituten in anderen Ländern ab. Die Asiatische Entwicklungsbank geht von einer globalen Finanzierungslücke bei der Handelsfinanzierung im Mittelstand von 1,6 Billionen Dollar aus. Was für deutsche Export- und Importunternehmen zu einem immer größeren Problem wird, sieht die Deutsche Bank als Chance. Wie das Handelsblatt berichtet, will der Konzern vor allem in Afrika, Lateinamerika, dem Nahen Osten, aber auch Zentral- und Osteuropa das Geschäft mit Handelsfinanzierungen ausbauen.

Der Leiter der Handelsfinanzierung der Deutschen Bank Daniel Schmand sagt: „Viele unserer Wettbewerber haben sich aus Finanzierungen in diesen Regionen zurückgezogen“. Die Bank will daher einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag in die IT-Systeme investieren, um mehr Geschäft in dem Segment zu machen. Weltweit besitzt der Konzern 1.500 bis 2.000 Korrespondenzbankverbindungen. Innerhalb der nächsten drei Jahre will die Deutsche Bank, die aktuell auf einen Marktanteil von knapp über zehn Prozent kommt, Geschäft hinzugewinnen. Um zum Marktführer Commerzbank aufzuschließen, ist es indes wohl noch ein weiter Weg: Der Konkurrent wickelt annähernd 30 Prozent des deutschen Außenhandels ab.

Konzernumbau läuft, aber Chart mahnt zur Vorsicht

Die Deutsche Bank versucht sich durch zahlreiche Maßnahmen unabhängiger vom volatilen Investmentbanking zu machen. Der verstärkte Fokus auf einheimische Mittelständler gehört ebenso zu der neuen Strategie wie die Wiedereingliederung der Postbank in das Privatkundengeschäft. Bis sich das in steigenden Erträgen niederschlägt, dürfte jedoch noch etwas dauern.

Mittelfristig sollte sich die Strategie, auf weniger schwankende Ertragsquellen zu setzen, auszahlen. Erhöht zudem die EZB die Zinsen, würde die Deutsche Bank kräftig davon profitieren. Aktuell ist der Chart allerdings eingetrübt. Wer noch nicht investiert ist, sollte abwarten, bis der Kurs nachhaltig über die 200-Tage-Line bei 15,70 Euro ausbricht. Alle anderen bleiben dabei und beachten den Stopp bei 12,50 Euro

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| Nikolas Kessler | 0 Kommentare

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