- Thomas Bergmann - Redakteur

Deutsche Bank: Trendwende oder Strohfeuer?

Nach den vorläufigen Zahlen zum zweiten Quartal hat die Deutsche Bank am Vortag ein wahres Kursfeuerwerk abgebrannt. Bei rekordhohen Handelsumsätzen stieg die Aktie um 7,3 Prozent auf über zehn Euro. Experten warnen aber vor zu viel Euphorie. Die Probleme sind nicht über Nacht gelöst.

"Die Ergebnisse sind weiter deutlich geringer als bei anderen globalen Investmentbanken", sagte Stefan Müller von der Deutschen Gesellschaft für Wertpapieranalyse DGWA gegenüber Bloomberg. Trotzdem scheint der Abwärtstrend gebrochen, was der Bank hilft, Vertrauen zurückzugewinnen. "Ich würde nicht zu viel in die Zahlen hineininterpretieren, aber sie zeigen, dass die Deutsche Bank noch lebt", so Müller. Der Konzern müsse den Gewinn verzehnfachen, ehe Investoren ihn wieder ernst nähmen.

Probleme bleiben

Andreas Meyer, Portfolio-Manager bei Aramea Asset Management, bricht eenfalls nicht in euphorie aus. Die Bank liefere, wo sie müsse: bei den Kosten. Aber: "Das Geschäftsmodell ist weiterhin das gleiche wie gestern und dessen Proble bleiben." Der Experte dürfte das schwierige Umfeld aus niedrigen Zinsen, hartem Wettbewerb und überbordender Regulierung meinen.

Commerzbank-Analyst Christoph Blieffert hat die Deutsche-Bank-Aktie nach den Zahlen auf "Halten" hochgestuft und ein Kursziel von elf Euro ausgerufen. DER AKTIONÄR sieht aktuell eine Trading-Chance bis in diesen Bereich, da sich einige Shortseller eindecken dürften (DER AKTIONÄR berichtete). Um eine nachhaltige Trendwende bei der Aktie zu schaffen, muss mehr kommen. Das werden die nächsten Quartale zeigen.

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