Deutsche Bank
- Andreas Deutsch - Redakteur

Deutsche Bank: Schon wieder ein Rückschritt

Die Aktie der Deutschen Bank kommt einfach nicht in die Gänge. Die Gewinne vom Vortag sind am Dienstagmorgen schon wieder dahin. Dabei liegt der faire Wert des Titels deutlich höher, meinen die Analysten und DER AKTIONÄR.

Die Deutsche-Bank-Aktie verliert im frühen Dienstaghandel 0,4 Prozent und rutscht unter die Marke von 34 Euro. Am Montag war der Wert noch mit einem Plus von 0,8 Prozent aus dem Handel gegangen. Seitdem das neue Duo Jürgen Fitschen und Anshu Jain an der Spitze des Konzerns steht, seit 1. Juni 2012, hat die Deutsche-Bank-Aktie 17 Prozent zugelegt. Währenddessen hat der DAX 47 Prozent zugelegt.

Fitschen weist Kritik zurück

Fitschen hat am Montag das Geschäftsmodell der Deutschen Bank mit einem starken Privatkundengeschäft auf der einen Seite und dem Investmentbanking auf der anderen Seite verteidigt. Wenn das getrennt werde, müssten die Kunden die Zeche etwa in Form höherer Zinsen zahlen. "Es wird immer so getan, als ob alles Übel vom Investmentbanking kommt", bedauerte Fitschen. Die Institute hätten aber aus den Exzessen vor der Finanzkrise gelernt und etwa den Eigenhandel eingestellt.

Nun sei es an der Zeit, die Bedeutung des Investmentbanking als Voraussetzung für mehr Wirtschaftswachstum zu betonen. "Es wird nicht allein über Einlagen- und Kreditgeschäft funktionieren."

 

Geduld gefragt

Die Mehrheit der Analysten ist bullish für die Deutsche Bank. Derzeit gibt es 24 Kaufempfehlungen für die Aktie. Zwölf Experten raten dazu, den Titel zu halten, für sieben ist die Aktie ein Verkauf. DER AKTIONÄR sieht den fairen Wert bei 47 Euro. Anleger müssen aber wohl weiterhin Geduld haben. Schub sollte die Aktie erhalten, wenn einer der zahlreichen Rechtsstreits positiv für die Bank ausgeht. Die Bank hat bereits vier Milliarden Euro zurückgelegt. Mutige Anleger mit einem langen Atem nutzen das günstige Niveau und setzen den Stopp bei 29 Euro.

Mit Material von dpa-AFX

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