Deutsche Bank
- Andreas Deutsch - Redakteur

Deutsche Bank: "Nicht mit mir"

Im Strafprozess um versuchten Betrug im Fall Kirch hat am morgigen Dienstag der angeklagte Co-Chef der Deutschen Bank, Jürgen Fitschen, das Wort. Derweil sucht die Deutsche-Bank-Aktie weiterhin ihre klare Richtung.

Am zweiten Tag des Prozesses vor dem Landgericht München haben Fitschen und die anderen Angeklagten die Gelegenheit, sich zu den Vorwürfen der Staatsanwaltschaft zu äußern. Fitschen will dies nach Angaben seines Anwalts Hanns Feigen auch tun. "Herr Fitschen wird sich auf die Anklage erklären und deutlich machen, dass die gegen ihn erhobenen Vorwürfe ausnahmslos unbegründet sind", hatte er nach der stundenlangen Verlesung der Anklage am vergangenen Dienstag erklärt.

Zum Prozessauftakt vergangene Woche hatte die Staatsanwaltschaft ihm und vier Ex-Managern aus der Führungsriege der größten deutschen Bank schwere Vorwürfe gemacht: Sie sollen vor vier Jahren versucht haben, das Oberlandesgericht München zu täuschen, um Schadenersatzzahlungen der Deutschen Bank für die Pleite des Medienkonzerns Kirch abzuwehren. Die Anklage sieht darin versuchten Prozessbetrug in einem besonders schweren Fall.

Angeklagt sind neben Fitschen auch seine beiden Vorgänger Rolf Breuer und Josef Ackermann sowie Ex-Aufsichtsratschef Clemens Börsig und der ehemalige Vorstand Tessen von Heydebreck. Alle fünf haben aus Sicht der Staatsanwaltschaft einen gemeinsamen Tatplan verfolgt, um die Richter im Kirch-Verfahren mit übereinstimmenden Aussagen zu täuschen. Fitschen war nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft zwar keine treibende Kraft, habe aber auch nichts unternommen, um seine Kollegen zu stoppen. In seiner eigenen Aussage vor Gericht habe er sich durch vage und unschlüssige Angaben um die Wahrheit gedrückt.

Postbank-IPO wird unterschätzt

Die Aktie der Deutschen Bank kann sich am Montagmorgen von ihren in der vergangenen Woche erlittenen herben Verlusten wieder ein Stück weit erholen. Der Verkauf der Postbank als neue Strategie hatte die Börse nicht vollends überzeugt. Doch der Coup bringt der Deutschen Bank jede Menge Vorteile. Welche das sind, lesen Sie in der neuen Ausgabe des AKTIONÄR.

(Mit Material von dpa-AFX)

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Fabian Strebin | 0 Kommentare

Deutsche Bank: Hedgefonds sollen`s richten

Die Deutsche Bank hat sich in den USA neben einer Strafzahlung im Hypothekenstreit auch verpflichtet Kunden Erleichterungen bei Immobilienkrediten zu gewähren. Üblich bei solchen Verfahren sind gestreckte Laufzeiten der Kredite oder niedrigere Zinsen. Das Volumen soll 4,1 Milliarden Dollar … mehr
| Fabian Strebin | 0 Kommentare

Deutsche Bank: Wäsche wird nicht mehr sauber

Die Deutsche Bank hat ein Problem bei der Geldwäsche, genauer gesagt mit dem Chefermittler in diesem Segment. Nach Ulrich Göres verlässt jetzt Peter Hazlewood nach nur einem halben Jahr auf dem Posten den Konzern. Das berichtet das Manager-Magazin. Göres, der von der Erste Bank kam, hielt es auch … mehr