Deutsche Bank
- Fabian Strebin - Redakteur

Deutsche Bank: Licht am Ende des Tunnels?

Die Deutsche Bank-Aktie profitiert nicht nur von der Hoffnung auf eine Einigung im Rechtsstreit mit den US-Behörden. Unerwartete Schützenhilfe kommt auch von EZB-Präsident Mario Draghi. Der AKTIONÄR erklärt die Hintergründe.

Deutsche Bank-CEO John Cryan warnte zuletzt häufiger vor den Folgen der aggressiven Geldpolitik der EZB. Nun scheint die Notenbank auf die Sorgen der europäischen Banken einzugehen. Zumindest vorerst. Dass Draghi keine Angaben darüber machte, ob das Anleihe-Aufkauf-Programm über März 2017 hinaus verlängert wird, sehen Anleger als Lichtblick für die ganze Branche. Auch die Strafzinsen für Banken wurden nicht weiter gesenkt.

Talfahrt bei Zinsmargen gestoppt?

Obwohl sich Banken zu null Prozent bei der EZB Geld besorgen können, leiden sie massiv unter der aktuellen Politik von Mario Draghi. Denn wollen sie überschüssige Mittel bei der EZB parken, zahlen sie minus 0,4 Prozent Strafzinsen. Da die meisten Banken bisher davor zurückschreckten, die Negativzinsen an die Kunden bei den Einlagen weiterzugeben, zahlen sie hier drauf. Die Differenz zwischen Einlage- und Kreditzinsen, die Zinsmarge, ist dadurch immer weiter abgeschmiert. Mario Draghi hat den Strafzins für Banken vorerst nicht gesenkt, was hier auf einen Boden hindeuten könnte. Läuft außerdem das Anleihe-Kauf-Programm im März 2017 tatsächlich aus, würde die Deutsche Bank durch mehr Handelsaktivität im Markt überdurchschnittlich zulegen.

Reicht das?

Das vorsichtige Handeln von Mario Draghi könnte erstmals auf einen langsamen Ausstieg aus der Niedrigzinspolitik und bessere Wachstumsaussichten in der Eurozone hindeuten. Wirklich sicher ist das aber nicht. Die Deutsche Bank muss sich selbst helfen und endlich eine klare Strategie festlegen. Zur Zeit scheint sich CEO Cryan alle Optionen offen zu halten. Die Commerzbank ist da schon weiter. Charttechnisch hat sich die Bodenbildung zumindest beschleunigt. Trader setzen auf einen Bruch des kurzfristigen Abwärtstrendes bei 13,90 Euro. Langfristig-orientierte Anleger meiden die Aktie noch, da aktuell die Risiken überwiegen.


 

Was zu tun ist, wenn es so weit ist

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