Deutsche Bank
- Fabian Strebin - Redakteur

Deutsche Bank: Jetzt droht neuer Ärger

Die Deutsche Bank hat im April eine Kapitalerhöhung abgeschlossen und wohl die größten Rechtsrisiken beseitigt. Die zuletzt vorgelegten Quartalszahlen waren ebenfalls positiv: Der Konzern hat in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres doppelt so viel verdient ein Jahr zuvor. Doch auf der Hauptversammlung am 18. Mai könnte es ungemütlich werden für den Vorstand.

Der einflussreiche Stimmrechtsberater Glass Lewis rät Aktionären gegen die Entlastung des Vorstandes und des Aufsichtsrates zu stimmen. Laut Handelsblatt gestehen die Berater dem Konzern zwar zu, „dass sich die Transparenz unter der Führung von John Cryan verbessert hat“. Die hohe Anzahl der Ermittlungen und Gerichtsverfahren, die in den vergangenen Jahren gegen die Deutsche Bank geführt wurden, könnte aber auf ein „weitverbreitetes Führungsversagen“ hindeuten.

Zusätzlich unterstütz Glass Lewis drei Sonderprüfungen der Aktionärin Marita Lampatz, die die Beteiligung des Vorstandes am Libor-Skandal und dem Geldwäscheskandal in Russland klären lassen will. Die beiden Fälle gelten aus juristischer Sicht eigentlich als abgehakt, da sich die Deutsche Bank mit den Behörden jeweils geeinigt hat.

Risiken nehmen ab

Nach der Kapitalerhöhung muss sich die Deutsche Bank jetzt voll auf den Konzern-Umbau fokussieren. Quelereien auf der Hauptversammlung um längst erledigte Rechtsstreitigkeiten stören da nur. Der Einfluss von Glas Lewis dürfte mit fünf bis zehn Prozent der Stimmen auf der Hauptversammlung allerdings begrenzt sein. Anleger können daher bei der Aktie der Deutschen Bank zugreifen. DER AKTIONÄR sieht ein Kursziel von 22 Euro. Ein Stopp sollte bei 11,50 Euro gesetzt werden.

 


 

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