Deutsche Bank
- Fabian Strebin - Redakteur

Deutsche Bank: Greift Cryan doch durch?

Die Deutsche Bank denkt intern über einen größeren Stellenabbau nach als bisher gedacht, so Reuters. Nach der aktuellen Strategie sollten in den nächsten Jahren weltweit 9.000 Stellen wegfallen. Wie jetzt durchgesickert ist, könnten aber mehr als doppelt so viele Jobs auf der Kippe stehen. Gegenüber dem Betriebsrat habe Finanzchef Markus Schenk schon im September von zusätzlich 10.000 Angestellten gesprochen, die eigentlich gehen müssten. Laut Reuters sagte ein Insider, dass man nur so die Kosten in den Griff kriege

Nötiger Schritt

So bitter Entlassungen für die einzelnen Mitarbeiter sind: Selbst nach Ansicht von CEO John Cryan hat die Deutsche Bank zu viele Angestellte. Auf einer Branchenkonferenz letzten Monat soll er davon gesprochen haben, dass sein Konzern 25 bis 30 Prozent mehr Personal als andere Wettbewerber habe, so das Handelsblatt. Würden zu den 9.000 beschlossenen Stellenstreichungen nochmal 10.000 weitere hinzukommen, müsste die Deutsche Bank kurzfristig viel Geld in die Hand nehmen.

Denn schon beim bekannten Jobabbau sollen betriebsbedingte Kündigungen vermieden werden. Vor allem über Abfindungen und Vorruhestandsregelungen will die Deutsche Bank Mitarbeiter loswerden. Aber ein „Weiter so“ ist keine Option. Mit Personalkosten von durchschnittlich 132.930 Euro pro Angestelltem zahlt Cryan fast doppelt so viel wie die Konkurrenz von der Commerzbank.

Zu viele Baustellen

Auch wenn Entlassungen kein Allheilmittel sind, würde die Deutsche Bank von geringeren Personalkosten profitieren. Kurzfristig dürfte das aber eine Stange Geld kosten. Die zahlreichen Rechtsstreitigkeiten und die Ertragsschwäche muss Cryan auch noch angehen. Die Titel bleiben ein rotes Tuch für Anleger.

 


 

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