Allianz
- Thorsten Küfner - Redakteur

Deutsche Bank, Commerzbank, Allianz und Co: Spanien sorgt für Unmut

Immer mehr Experten blicken skeptisch nach Spanien, wo die neue Regierung das Haushaltsdefizit weiter ausweitet – so auch Italiens Ministerpräsident Mario Monti. Darunter leiden auch die Aktienkurse von Deutscher Bank, Allianz oder der Commerzbank.

Die Aktienkurse großer Finanztitel wie Deutscher Bank, Commerzbank oder Allianz leiden im heutigen Handel unter den kritischen Aussagen zur Entwicklung in Spanien. Zuletzt hatte Italiens Ministerpräsident Mario Monti den Kurs der Regierung in Madrid kritisiert. Vor Unternehmern soll er erklärt haben, „Spanien gebe den Europäern Anlass zu großer Sorge". Dies wurde zwar mittlerweile dementiert, zeigt aber die Skepsis gegenüber Spanien. Auch Richard Golholly von TD Securities zeigt sich pessimistisch. Er geht nicht davon aus, dass die spanische Wirtschaft auf den Wachstumspfad zurückkehrt, was zur Haushaltskonsolidierung allerdings bitter notwendig wäre. Die jüngsten Tender der EZB bezeichnete er lediglich als eine Art „Beruhigungspille". Wie prekär ist die Lage in Spanien wirklich?

So kritisch ist die Lage

Fakt ist, Spanien steht natürlich weit besser da als etwa Griechenland oder auch als Portugal. Die Probleme des Landes sind allerdings offenkundig. Die neu gewählte konservative Regierung von Mariano Rajoy wird das von der Vorgängerregierung angepeilte Defizitziel von 4,4 Prozent wohl deutlich verfehlen. Das Land leidet immer noch unter dem Platzen der Immobilienblase sowie der hohen Arbeitslosenrate von rund 20 Prozent. Die Rendite für 10-jährige Staatsanleihen steigt seit Anfang März wieder und liegt mittlerweile mit 5,3 Prozent (und damit bereits über der italienischer Bonds). Dies ist ärgerlich, zumal sich Spanien im laufenden Jahr noch 147 Milliarden Euro frisches Kapital beschaffen muss (129 Milliarden Euro für Tilgungen, 18 Milliarden Euro für Zinszahlungen).

Keine Panik

Die Haushaltslage in Spanien sowie die Aussichten für die viertgrößte Volkswirtschaft de Eurozone geben natürlich Anlass zur Sorge. Allerdings ist der Schuldenstand Spaniens mit etwas mehr als 60 Prozent des Bruttoinlandsproduktes noch deutlich niedriger als etwa in Deutschland, Frankreich oder Großbritannien. Daher sollte man Ruhe bewahren. Bei günstig bewerteten Finanztiteln wie Commerzbank, Deutsche Bank oder Allianz können risikobereite Anleger weiterhin zugreifen.

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Fabian Strebin | 0 Kommentare

Allianz: Darum sollte die Aktie weiter steigen

Die Aktie der Allianz hat in den vergangenen Tagen unter den zunehmenden Spannungen zwischen Nordkorea und den USA gelitten. Allerdings hat die Allianz bereits gestern wieder ordentlich Boden gutgemacht und relative Stärke gezeigt. Für die zweite Jahreshälfte sind die Aussichten positiv. mehr
| Fabian Strebin | 0 Kommentare

Allianz kann 15-Jahres-Hoch nicht halten

Der wiederaufkeimende Konflikt zwischen Nordkorea und den USA lässt die Börsen heute weltweit abrutschen. Dem negativen Gesamtmarkt kann sich auch die Aktie der Allianz nicht entziehen. Das erst gestern erreichte neue 15-Jahres-Hoch bei 187,43 Euro konnte nicht gehalten werden. Fundamental ist … mehr
| Fabian Strebin | 0 Kommentare

Allianz: 2017 ist das Jahr der Superlative!

Für die Allianz ist die Übernahme der britischen Liverpool Victoria Friendly Society nicht der erhoffte Milliardendeal. Zwar sucht der Konzern weiter nach geeigneten Zielen. Aber Allianz-CEO Oliver Bäte sagte bei Bekanntgabe der jüngsten Quartalszahlen auch: „Einfach nur Geld auf den Tisch legen, … mehr
| Fabian Strebin | 0 Kommentare

Allianz: Das bringt der Einstieg bei LV=

Der ganz große Wurf ist der Einstieg beim britischen Versicherungsverein Liverpool Victoria Friendly Society (LV=) nicht. Allianz-CEO Oliver Bäte wird sich nach weiteren Übernahmezielen in der Sach- und Unfallversicherung umsehen. Strategisch macht die Beteiligung an der LV= jedoch Sinn. mehr