Deutsche Bank
- Andreas Deutsch - Redakteur

Deutsche Bank, Citigroup und Co: Rekordstrafe

Im Skandal um jahrelang manipulierte Zinssätze gibt es jetzt Konsequenzen. Die EU hat knallhart durchgegriffen. Bank-Aktien stehen am Mittwoch im Fokus der Anleger.

Die EU hat gegen die Deutsche Bank und weitere internationale Großbanken im Zinsskandal eine Rekordstrafe von 1,7 Milliarden Euro verhängt. Auf die Deutsche Bank entfällt mit 725 Millionen Euro der Großteil. Die EU-Kommission bestrafte die sechs Finanzinstitute am Mittwoch wegen Zinsmanipulationen mit der insgesamt höchsten je verhängten Kartellstrafe in diesem Bereich. EU-Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia zeigte sich empört über das Ausmaß: "Die Manipulation der Zinssätze betrifft Millionen von Verbrauchern, etwa weil Hypotheken-Zinsen daran gekoppelt sind."

Aktie verliert leicht

Die Banken aus Europa und den USA hätten sich bei der Festlegung von Referenzzinssätzen für den globalen Finanzmarkt abgesprochen und diese dadurch manipuliert - etwa um Handelsgewinne einzustreichen. Die Strafe fiel an für die Manipulation des für den Euro wichtigen Referenzzinssatz Euribor und Libor-Angebote in Yen und auch den japanischen Tibor. Die Höchststrafe für die Deutsche Bank ergibt sich, weil sie nach Untersuchungen der EU sowohl beim Euribor- als auch beim Liborskandal beteiligt war. An der Börse war die Buße bereits erwartet worden, so dass die Entscheidung kaum Einfluss auf die Aktienkurse der Banken hatte. Die Deutsche Bank lag gegen Mittag rund 0,5 Prozent im Minus.

Deutsche zahlt am meisten

Zu den bestraften Instituten zählen zudem die Royal Bank of Scotland, die französische Société Générale sowie die US-Banken Citigroup und JPMorgan. Die britische Barclays und die Schweizer UBS kommen um Strafen herum, weil sie die Kartellwächter über die Manipulation informiert hatten. Die zweithöchste Strafe muss die Société Générale mit 446 Millionen Euro zahlen, gefolgt von RBS mit 391 Millionen Euro. Auf JPMorgen und Citigroup entfallen 80 Millionen und 70 Millionen Euro, der britische Broker RP Martin muss 247.000 Euro zahlen.

Für Geduldige

Die Strafe war weitestgehend erwartet worden, sodass die Meldung den Aktienkurs der Deutschen Bank nicht weiter belasten wird. DER AKTIONÄR sieht den fairen Wert des Titels nach wie vor bei 47 Euro. Allerdings wird es noch länger dauern, bis die Aktie die Unterbewertung komplett abgebaut haben wird. Geduldige Anleger kaufen und setzen den Stoppkurs bei 29 Euro.

Mit Material von dpa-AFX

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