Deutsche Bank
- Thomas Bergmann - Redakteur

Deutsche Bank: Alles noch viel schlimmer?

Die Deutsche Bank hat Insidern zufolge in ihrer Russland-Sparte weitere vermutlich unsaubere
Geschäfte in Milliardenhöhe entdeckt. Das berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Dienstag und berief sich dabei auf mit der Sache vertraute Personen. Der neue Deutsche-Bank-Chef John Cryan hatte Ende Oktober gesagt, dass die Bank zwar Rückstellungen für die Affäre gebildet habe, diese aber möglicherweise nicht ausreichen könnten. Die Deutsche Bank sei hier "verwundbar", gab Cryan zu, ohne Details zu nennen.

Verdächtige Spiegelgeschäfte

Die Summe der verdächtigen Deals mit russischen Kunden steigt laut Deutsche Bank von sechs auf zehn Milliarden Dollar. Während es sich bei der bisher in Finanzkreisen bekannten Summe um sogenannte Spiegelgeschäfte handelte, soll es bei den nun entdeckten vier Milliarden Dollar um ähnlich angelegte Handelsgeschäfte gehen. Den Insidern zufolge hat die Bank diese Entdeckung schon im September bei internationalen Aufsehern gemeldet, darunter auch den US-Behörden. 

DAX; Chart

Bei den sogenannten Spiegelgeschäften sollen russische Kunden Wertpapiere im Moskauer Büro der Bank gekauft und dann die identischen Papiere in Fremdwährungen über die Londoner Niederlassung des Instituts wieder verkauft haben. Das Justizministerium in Washington ermittelt, weil die Geschäfte auch in Dollar abgewickelt wurden.

Keine Ruhe

Die skandalumwitterte Deutsche Bank kommt nicht aus den Schlagzeilen. Das ständige Brandlöschen verhindert darüber hinaus, dass Cryan mit dem Umbau des Instituts vorankommt. Die Charttechnik gibt auch wenig Anlass zur Hoffnung. Die Aktie ist schlichtweg kein Kauf.

(Mit Material von dpa-AFX)

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Fabian Strebin | 0 Kommentare

Deutsche Bank und Commerzbank: Viel zu teuer

Das Referendum in Italien am kommenden Sonntag sorgt an den Märkten für Nervosität. Nicht nur italienische Bankaktien wurden in den vergangen Tagen abverkauft. In Deutschland standen auch die Commerzbank und die Deutsche Bank auf der Abschussliste der Anleger. Egal wie die Abstimmung in Italien … mehr
| Fabian Strebin | 0 Kommentare

Deutsche Bank: Licht und Schatten

Bereits im Oktober 2015 hatte die Deutsche Bank den Verkauf ihrer mexikanischen Töchter an die dortige Investa Bank bekannt gegeben. Diese braucht allerdings eine Kapitalerhöhung, um den Zukauf stemmen zu können. Laut Handelsblatt wird gegen die Bank jetzt ermittelt. Auch für die Deutsche Bank … mehr
| Fabian Strebin | 0 Kommentare

Deutsche Bank: Ist Achleitner wirklich der Richtige?

Bei der Deutschen Bank dürfte einer zweiten Amtszeit von Paul Achleitner als Aufsichtsratschef nichts mehr im Wege stehen. Der oberste Konzernkontolleur tritt aber ein schweres Erbe an, das teilweise auch auf seine eigenen Fehler zurückzuführen sein dürfte. Während die Mehrheit der Großaktionäre … mehr