- DER AKTIONÄR

Design Bau - Suche nach Filetstücken

Der "Häuslebauer" Design Bau verbuchte kurz nach dem Börsengang den größten Deal der Firmengeschichte. Über das Potenzial der Transaktion sowie die weiteren Aussichten der Gesellschaft sprach DER AKTIONÄR mit dem Vorstandsvorsitzenden Werner Mattner.

Der "Häuslebauer" Design Bau verbuchte kurz nach dem Börsengang den größten Deal der Firmengeschichte. Über das Potenzial der Transaktion sowie die weiteren Aussichten der Gesellschaft sprach DER AKTIONÄR mit dem Vorstandsvorsitzenden Werner Mattner.

DER AKTIONÄR: Herr Mattner, Ihnen ist mit dem Kauf des Grundstücks in Berlin-Teltow ein genialer Coup gelungen. Wie war das möglich?

Werner MATTNER: Wir haben das Gebiet schon länger im Visier gehabt. Nachdem sich hier schon einige mit anderen Konzepten erfolglos versucht haben, sind wir zum richtigen Zeitpunkt zum Zuge gekommen. Es ist nicht das erste Mal, dass wir dort investieren, wo andere keine Chancen sehen. Der Erfolg der Vergangenheit gibt uns Recht.

Im Ernst - mit dem Erwerb dieses Areals ist ein persönlicher Traum in Erfüllung gegangen. Mit einem Schlag haben wir uns 105.000 Quadratmeter gesichert - das entspricht 15 Fußballfeldern - und damit unseren Flächenbestand auf knapp 265.000 Quadratmeter ausgebaut. Hierin schlummert ein Umsatzpotenzial von 120 Millionen Euro, das wir in den nächsten drei bis vier Jahren heben wollen.

Wie ist Ihre Planung für Berlin-Teltow? Welches Potenzial hat das Projekt?

Wir entwickeln das Areal nach unserem bewährten Erfolgsprinzip mit Einfamilien-, Doppel- und Reihenhäusern. In der Regel benötigen wir drei bis vier Jahre für den kompletten Abverkauf eines Areals. Da Teltow unser erstes Baugebiet mit direktem S-Bahnanschluss ist, sind wir zuversichtlich hier mit dem Verkauf sogar schneller zu sein. Die Region um Teltow wird in den nächsten Jahren boomen. Wir reden hier alleine bei Teltow von einer Umsatzerwartung um 50 Millionen Euro, was dem 4fachen des 2005/06er-Umsatzes entspricht. Die Ergebniserwartung ist entsprechend.

Ist damit der Einkauf von Grundstücken abgeschlossen oder arbeiten Sie bereits an weiteren Deals?

Wir wollen uns weitere Filetstücke zur Grundstücksentwicklung sichern und viele neue Hausbesitzer "machen". Sie können daher davon ausgehen, dass wir mit weiteren Deals aufwarten werden. Anhand der zuletzt gemeldeten Baugrundkäufe können Sie ja sehen, wie schnell sich unser Potenzial vergrößert.

Was planen Sie konkret für das laufende und für das nächste Geschäftsjahr?

Zum Zeitpunkt der Prospekterstellung sind wir für das Geschäftsjahr 2005/06 (28.2.) von einem Umsatz von 12,5 Millionen Euro und einem Ergebnis von rund 1,5 Millionen Euro ausgegangen. Wir sind zuversichtlich, diese Zielvorgaben zu erreichen. Für das neue Geschäftsjahr beginnend am 1. März 2006 sind wir ebenfalls optimistisch gestimmt. Die uns begleitenden Analysten gehen von einem Umsatz- und Ergebnissprung auf 31 Millionen Euro bei einem Ergebnis von 6,6 Millionen Euro aus. Auf Basis der bereits realisierten Projekte können die Aktionäre eher mit positiven Überraschungen rechnen.

Design Bau ist ja ausschließlich in Norddeutschland aktiv. Denken Sie darüber nach, auch in den Süden der Republik zu expandieren?

Wir sind in den Regionen Berlin, Schwerin, Hamburg und Kiel überaus erfolgreich. Diesen Erfolg haben wir uns hart erarbeitet. Es ist ein jahrelanges Knüpfen von Beziehungen und der Aufbau von erheblichem Know-how vorausgegangen. Für die nächsten Jahre haben wir in unseren angestammten Regionen vollauf zu tun, insofern stellt sich die Frage nach einer Expansion in den Süden aktuell nicht.

Die Eigenheimzulage wird ja jetzt verbindlich zum 31. Dezember 2005 abgeschafft. Dies dürfte doch für die Zielgruppe von Design Bau - junge Familien mit mittlerem Einkommen - ein herber Schlag sein, oder? Droht Ihrer Gesellschaft nicht ein dramatischer Umsatzeinbruch?

Nein. Es kann schon sein, dass in dem einen oder anderen Fall das Kapital fehlt. Wenn jemand mit der Design Bau bauen möchte, bekommt er aber nach wie vor das hauseigene Eigenkapitalhilfeprogramm. Das bietet so kein anderes Unternehmen. Mittelfristig gesehen ist der Wegfall der Eigenheimzulage eher ein Vorteil für uns aufgrund unseres Geschäftsmodells.

Solide Aktie für 2006

Die Design Bau AG verbindet ein geniales Geschäftsmodell mit einer sehr günstigen Bewertung. Auf Basis der WestLB-Schätzungen für das Geschäftsjahr 2006/07 (28.2.) errechnet sich derzeit ein äußerst moderates KGV von 7. Darin sind aber weitere Deals, wie von Mattner angekündigt, noch nicht eingeplant. Vor diesem Hintergrund erscheint ein Kursziel von 35 Euro auf Sicht von zwölf Monaten durchaus realistisch.

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