- DER AKTIONÄR

Des einen Leid …

… könnte des anderen Rettung sein: Nach dem Scheitern des größten Konkurrenten hofft Immunomedics in die Erfolgsspur zurückzukehren. Schon in Kürze startet die finale Phase der klinischen Tests eines hoffnungsvollen Medikaments.

... könnte des anderen Rettung sein: Nach dem Scheitern des größten Konkurrenten hofft Immunomedics in die Erfolgsspur zurückzukehren.

Von Frank Phillipps

Es ist noch gar nicht lange her, da war Immunomedics am Boden - und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Nach einer mehrjährigen Talfahrt markierte die Aktie des Unternehmens aus Morris Plains im US-Bundesstaat New Jersey im März mal wieder einen neuen Tiefstand. Die Probleme, die den Anlegern die Lust an dem Papier vergällten, sind hausgemacht: Schrumpfenden Umsätzen standen in den letzten Jahren immer höhere Verluste gegenüber. Zum Ende des ersten Halbjahres 2005 (endete am 31.12.04) hatte Immunomedics bei einem Umsatz von nur noch 2,1 Millionen Dollar 10,6 Millionen Dollar Miese gemacht. Verantwortlich für den hohen Fehlbetrag sind vor allem die beträchtlichen Investitionen in die Entwicklung der vier Produktkandidaten, die sich derzeit in klinischen Studien befinden. Neben einem Antikörper, der in der Krebstherapie eingesetzt werden soll, ruhen die Hoffnungen von Immunomedics vor allem auf einer potenziellen Arznei gegen die Autoimmunkrankheit Lupus (siehe Kasten).

Wege aus der Krise

Die klinischen Tests der Phase II mit dem Lupus-Mittel wurden bereits beendet, in Kürze will Immunomedics die Studien der finalen Phase III starten. Die US-Gesundheitsbehörde FDA hat dem Unternehmen für das Produkt den so genannten "Fast-Track-Status" zuerkannt, der ein beschleunigtes Zulassungsverfahren garantiert. Im Falle einer Zulassung würde Immunomedics auch vom Unglück eines unmittelbaren Konkurrenten profitieren: Vor kurzem lehnte die FDA die Zulassung eines von der Firma La Jolla entwickelten Lupus-Medikamentes ab. Immunomedics hätte damit bei einer möglichen Vermarktung des eigenen Produktes freie Fahrt. Es wird erwartet, dass Immunomedics schon bald einen zahlungskräftigen Partner für den Vertrieb präsentieren wird.

Heiße Turnaroundspekulation

Immunomedics bietet Investoren eine heiße Turnaroundstory. Getrieben werden sollte der Kurs in den kommenden Wochen und Monaten durch das potenzielle Lupus-Medikament und die Meldung über eine Partnerschaft zur Vermarktung desselben. Der Einstieg in das Papier ist jedoch nur Anlegern mit sehr hoher Risikobereitschaft anzuraten.

Das Rätsel "Lupus"

Warum die Krankheit den Namen Lupus (lat. Wolf) trägt, ist ebenso unbekannt wie die Ursachen für ihren Ausbruch. Vermutet wird, dass der Name schon seit dem 10. Jahrhundert benutzt wird, weil die Erkrankten oft unter Schädigungen der Haut litten, die an Wolfsbisse erinnerten. Fest steht mittlerweile, dass es sich um eine Autoimmunerkrankung handelt, bei der Organe wie Haut und Nieren angegriffen werden. Aus den USA wurden zuletzt etwa 1,5 Millionen Lupus-Fälle gemeldet. Im schlimmsten Fall führt Lupus zum Tode, geheilt werden kann die Krankheit bislang nicht.

Immunomedics

 

ISIN US4529071080
Kurs am 29.04.2005 1,63 €
Empfehlungskurs 1,83 €
Ziel 3,80 €
Stopp 1,60 €
KGV 06e -
Chance/Risiko 5/4

 

Artikel aus DER AKTIONÄR 18/05

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