SEACHANGE
- DER AKTIONÄR

Der Zuschauer ist König

Das Börsenbeben in Asien hat auch die Anleger an der Wall Street nicht kalt gelassen und zu Kursverlusten auf breiter Front geführt. Die Papiere des Video-on-Demand-Spezialisten Seachange haben ebenfalls Federn gelassen, wenngleich sich der Rückgang von zwölf Prozent für einen Technologiewert in Grenzen hält. DER AKTIONÄR hat Seachange zuletzt im September 2006 zum Kauf empfohlen.

Bei Seachange laufen die Geschäfte rund. Die Aktie ist nach der Korrektur ein echter Hingucker.

Das Börsenbeben in Asien hat auch die Anleger an der Wall Street nicht kalt gelassen und zu Kursverlusten auf breiter Front geführt. Die Papiere des Video-on-Demand-Spezialisten Seachange haben ebenfalls Federn gelassen, wenngleich sich der Rückgang von zwölf Prozent für einen Technologiewert in Grenzen hält. DER AKTIONÄR hat Seachange zuletzt im September 2006 zum Kauf empfohlen. Seither notiert die Aktie mit immerhin rund zwölf Prozent im Plus – vor der jüngsten Korrektur waren es sogar 22 Prozent. Bei aktuellen Kursen von zehn Dollar ist die Aktie für spekulative Investoren interessant, denn die Geschäfte entwickeln sich gut und der Kurs dürfte sich rasch wieder erholen.

Planmäßige Entwicklung

In den ersten neun Monaten 2006 – die Zahlen für das Gesamtjahr stehen noch aus – kletterten die Umsätze um beeindruckende 30 Prozent auf 121 Millionen Dollar. Damit ist das Unternehmen auf Kurs, um das angepeilte Jahresziel von 162 Millionen Dollar zu erreichen. In der Video-on-Demand-Sparte (VoD) erhöhten sich die Erlöse überproportional um 48 Prozent auf knapp 60 Millionen Dollar, was in erster Linie dem Kabelnetzprovider und Großkunden Comcast zu verdanken ist, der mehr Software für seine Systeme abgenommen hat. Comcast sieht in Video-on-Demand vor allem die Möglichkeit, die Kunden stärker an das Unternehmen zu binden. Spricht sich die geringere Kundenfluktuation bei VoD-Angeboten erst einmal in der Branche herum, dürfte das Momentum schlagartig zunehmen.

Während die Kabelnetzbetreiber ihre Systeme aufrüsten, wird bei Seachange längst an zusätzlichen Features gefeilt, die dem Kunden das Video-on-Demand-Erlebnis noch angenehmer gestalten sollen. Ende Februar beispielsweise hat die Firma ein Patent für eine Technologie erhalten, die es erlaubt, das laufende Programm mit Links und verschiedenen anderen Optionen zu versehen. Die Programmbetreiber können so ihre Inhalte mit relevanten anderen Inhalten des gleichen Genres verbinden. Sportsendungen beispielsweise werden auf diese Art mit anderen Sportereignissen und/oder Nachrichten zu diesem Thema verknüpft.

Erstklassige Positionierung

Video-on-Demand, sei es über das Internet oder die Kabelnetze, ist nicht mehr aufzuhalten und Seachange ist erstklassig positioniert, um von dieser Entwicklung zu profitieren. Neben den guten Aussichten in den Vereinigten Staaten winken zusätzliche Umsätze im internationalen Geschäft. Erst vor einer Woche hat Seachange einen Deal mit India Online Broadband bekannt gegeben. Der Kabelnetzbetreiber will in der Startphase mehr als 250.000 seiner Kunden VoD-Dienste anbieten.

Langfristig top

Seachange wächst robust und hat zuletzt seine Verluste deutlich gesenkt. Das zunehmende Interesse der Kabelkonzerne an VoD-Technologien und die Eroberung neuer Märkte sollten den Aktienkurs mittelfristig beflügeln.

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 11/2007.

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