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- DER AKTIONÄR

Der Weg ist das Ziel

Waren Navigationssysteme früher in den meisten Fällen ausschließlich in Nobelkarossen zu finden, setzen heute immer mehr Menschen auf die genialen elektronischen Wegweiser. Und nicht nur Autofahrer, auch Fahrradfahrer, Fußgänger und Jogger haben die Vorzüge von mobilen Navigationssystemen erkannt. Experten sehen die Branche vor glorreichen Zeiten. Doch welche Aktien sind tatsächlich ein Kauf?

Navigationsgeräte entwickeln sich zum Kassenschlager. Die Hersteller verdienen glänzend. Welche Aktien haben das größte Potenzial?

Waren Navigationssysteme früher in den meisten Fällen ausschließlich in Nobelkarossen zu finden, setzen heute immer mehr Menschen auf die genialen elektronischen Wegweiser. Und nicht nur Autofahrer, auch Fahrradfahrer, Fußgänger und Jogger haben die Vorzüge von mobilen Navigationssystemen erkannt. Experten sehen die Branche vor glorreichen Zeiten. Doch welche Aktien sind tatsächlich ein Kauf?

Portable Navigationsgeräte funktionieren mithilfe von GPS. Dieses satellitenbasierten System ermöglicht es, seinen eigenen Standort bis auf 20 Metern zu bestimmen. Musste man sich früher noch durch Straßenkarten und Atlanten kämpfen, wird man heute von einem Navigationssystem mittels GPS bequem und verlässlich ans Ziel gelotst. Dass die Geräte immer beliebter werden, liegt zu einem großen Teil an den sinkenden Preisen. Mittlerweile ist ein mobiles „Navi“ schon für knapp 300 Euro zu haben. Darüber hinaus werden die Produkte immer präziser, einfacher in der Handhabung und sprechen somit auch Kunden an, die nicht besonders technikversiert sind. Zudem bieten einige Geräte zusätzliche Funktionen an wie MP3-Player oder eine Freisprecheinrichtung. Derzeit sind erst zehn Prozent aller in Europa zugelassenen Autos mit einem Navigationssystem ausgerüstet. Branchenkennern zufolge werden immer mehr Kunden ein portables Gerät kaufen. „In Europa gingen im vergangenen Jahr rund sieben Millionen mobile Navigationsgeräte über den Ladentisch“, sagt Felix Oberdorfer, Analyst bei Fortis. „Ich erwarte, dass sich diese Zahl bis 2008 mehr als verdreifacht.“

Starke Margen

Einer der großen Profiteure dieser Entwicklung ist Tomtom. Das holländische Unternehmen ist Marktführer bei Komplettgeräten und bei der notwendigen Navigationssoftware. Anfang Juli schockte Tomtom zunächst die Märkte mit einer Gewinnwarnung für das zweite Quartal, um dann nur wenige Wochen später Zahlen vorzulegen, die deutlich besser ausfielen als die heruntergeschraubten Prognosen. Besonders positiv bei Tomtom ist die Profitabilität. Obwohl die Preise für Navigationsgeräte gesunken sind, erwirtschaftet das Unternehmen immer noch eine Bruttomarge von satten 40 Prozent. 2006 will Tomtom 3,9 Millionen Geräte verkaufen. Im Vergleich zum Vorjahr wäre dies eine Steigerung von knapp 100 Prozent. Auf Basis der 2007er-Gewinnschätzungen ergibt sich für Tomtom ein KGV von 14, womit das Papier angesichts eines erwarteten Ergebnisanstiegs von 23 Prozent günstig zu haben ist.

Starke Quartalszahlen – ohne vorher gewarnt zu haben – legte jüngst Garmin vor. Der US-Marktführer konnte den Gewinn um 66 Prozent auf 123 Millionen Dollar und den Umsatz um 64 Prozent auf 436 Millionen Dollar steigern. Für 2007 kommt Garmin auf ein KGV von 20, was nicht teuer ist. Garmin ist vor allem bekannt für seine innovativen Produkte. Vor kurzem präsentierte das Unternehmen das GPS-Navigationsgerät StreetPilot 2820, das besonders für den Einsatz auf dem Motorrad geeignet ist, weil es wasserdicht und funkfähig ist. Wer im Oktober 2002 Trimble-Aktien gekauft hat, kann sich über eine Wertsteigerung von 786 Prozent freuen. Das Unternehmen mit Sitz in Kalifornien stellt GPS-Module und Chipsets her und vergibt weltweit Technologielizenzen zum Beispiel an große Automobilzulieferer und Elektronikhersteller. Die Trimble-Technologie findet sich nicht nur in Navigationsgeräten, sondern wird unter anderem auch bei der Vermessung, Maschinenführung und Objektlokalisierung eingesetzt. Nach dem rasanten Anstieg der letzten vier Jahre ist das Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung von 2,7 Milliarden Dollar recht hoch bewertet. Ein weiterer Haken: In Deutschland werden kaum Trimble-Aktien gehandelt.

Zwei Sorgenkinder

Damit GPS-Navigationsgeräte den Weg weisen können, bedarf es so genannter digitaler Landkarten. Hier gibt es nur zwei Anbieter: Tele Atlas und Navteq. Die holländische Tele Atlas bekommt zwar viel Lob für ihre Produkte, dem Management gelingt es aber trotzdem nicht, das Unternehmen auf Kurs zu bringen. Denn obwohl der GPS-Markt boomt, fiel bei Tele Atlas in der Vergangenheit immer ein Verlust an. Erst wenn hier nachhaltig Besserung in Sicht ist, eignet sich die Aktie von Tele Atlas zum Kauf. Enttäuscht hat zuletzt auch Navteq. Das US-Unternehmen lag mit seinen Zahlen für das zweite Quartal sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn deutlich unter den Analystenschätzungen.

Wer ist ein Kauf?

Momentan gibt es nur wenige Branchen, die derart stark wachsen wie der Markt für mobile Navigationssysteme. Die Favoriten des AKTIONÄRS heißen Tomtom und Garmin, die beide ein verlockendes Chance-Risiko-Verhältnis aufweisen können. Die Trimble-Aktie ist recht teuer und nur eine Halteposition ebenso wie Tele Atlas. Bei Navteq sollten Anleger mit einem Einstieg erst abwarten, bis der Aktienkurs einen Boden ausgebildet hat.

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