Amazon.com
- DER AKTIONÄR

Der Rezessions-Gewinner

Wer Amazon immer noch für eine Online-Verkaufsplattform für Bücher hält, kann die Internetseite des US-Einzelhändlers seit einigen Jahren nicht mehr besucht haben. Einige Wall-Street-Analysten überschlagen sich zurzeit mit positiven Kommentaren zur Aktie des E-Commerce-Pioniers. Zu Recht?

Einige Wall-Street-Analysten überschlagen sich zurzeit mit positiven Kommentaren zur Aktie des E-Commerce-Pioniers Amazon.com. Zu Recht?

Wer Amazon immer noch für eine Online-Verkaufsplattform für Bücher hält, kann die Internetseite des US-Einzelhändlers seit einigen Jahren nicht mehr besucht haben. Denn dort kann man mittlerweile fast alles erwerben: von Spielsachen über Kosmetik bis hin zu Fernsehern. Der neueste Clou des Unternehmens: der Verkauf von Lebensmitteln. Amazon Fresh heißt der neue Dienst, der wohl in Kürze auch Alkoholika im Programm führen soll. Zurzeit wird Amazon Fresh nur in der Heimatstadt Seattle angeboten.

Dann mal prost!

Dass es bei Amazon künftig Wein und Bier gibt, dürfte nicht ausschlaggebend dafür sein, dass es an der Wall Street zurzeit gute Kommentare zu der Aktie gibt. Es ist vielmehr die Überzeugung, dass ein Investment in das Papier verhältnismäßig krisensicher ist. Dafür werden auch die jüngsten Zahlen herangezogen: Im vierten Quartal 2007 sei der Amazon-Umsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 37 Prozent gestiegen, erklärte etwa ein Analyst von Canaccord Adams. Amazon habe mit seiner 2008er-Umsatzprognose die Erwartungen des Marktes „in einem für den Einzelhandel schwachen Marktumfeld“ übertroffen. Aktuelle Erhebungen geben dieser Einschätzung recht: Während der Internetverkehr in den USA im Januar leicht zurückgegangen ist, konnte die Amazon-Seite sogar mehr Besucher verzeichnen.

Eine Frage des Preises

Das wiederum dürfte nicht nur am großen Angebot liegen. Es ist auch der Preis, der für Zuspruch sorgt: Amazon Prime, eine Art Flatrate für Versandkosten, die im letzten Herbst auch in Deutschland eingeführt wurde, senkt die Kosten für Vielbesteller erheblich. Bei einer jährlichen Zahlung von 29 Euro entfallen beim Amazon-Prime-Programm sämtliche Versandkosten. Bei einem solchen Preismodell haben es Wettbewerber schwer. Analysten der Citigroup geben der Amazon-Aktie auch vor diesem Hintergrund ein Kursziel von 97 Dollar – ein Plus von weit über 30 Prozent auf den aktuellen Kurs.

Fazit

Nach dem Kursrückgang vom Jahresanfang bietet sich jetzt das Einsammeln einiger Amazon-Aktien an.

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 14/2008.

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