Baker Hughes Inc.
- Werner Sperber - Redakteur

Der Ölpreis schwankt, diese Kurse steigen

Wie auch immer sich der Ölpreis kurz- oder mittelfristig entwickeln mag. Es gibt Unternehmen, auf die die Ölkonzerne angewiesen sind, mehr denn je angewiesen sind und diese Aktienkurse dieser Gesellschaften haben das Zeug dazu, weiter zu steigen.

Die Immobilien-Finanzblase ist geplatzt. Dass sie platzt dürfte jedem klar gewesen sein. Nur kannten die Marktteilnehmer weder Zeit noch Ort, um es literarisch auszudrücken. Prof. Carlos Jarillo von Strategic Investment Advisors erinnerte jüngst wieder daran: Letztlich stammten alle Gewinne aus profitabler Produktion, nie aber aus wie oft auch ineinander verpackten Finanzprodukten. Die ersten Experten warnen nun vor einem Platzen der Rohstoffblase. Die fundamentale Ausgangslage ist klar: Vor allem die Schwellenländer wollen und brauchen Rohstoffe, um ihre Infrastruktur auszubauen, was dringend notwendig ist, um wirtschaftlich wachsen zu können. Das Angebot hechelt der Nachfrage teilweise hinterher. Die Lage an der Börse ist auch klar: Spekulanten wetten mit relativ wenig Geld auf steigende Rohstoffpreise. Wie lange diese Spekulanten die Preise in welche Richtung auch immer treiben können und wie stark sie die Preise beeinflussen, ist umstritten. Tatsache ist jedoch, dass im Jahr 2003 Rohstoffwetten über zirka 13 Milliarden US-Dollar an den Börsen gehandelt wurden und im Mai diesen Jahres für etwa 260 Milliarden Dollar.

Kaffeesatz im Ölbrei

Wohin sich der Ölpreis kurzfristig entwickeln wird, ist und bleibt von so vielen Umständen abhängig, dass eine Prognose Kaffeesatzleserei gleicht. Am 6. Mai haben die Experten der Investmentbank Goldman Sachs einen Ölpreis von 200 Dollar innerhalb der nächsten zwei Jahre vorhergesagt. Die Ökonomen der Investmentbank Morgan Stanley halten schon kurzfristig bis zu 150 Dollar je 159-Liter-Fass für möglich. Kurzfristig heißt, noch in diesem Sommer. Fliegt eine größere Förderanlage in die Luft oder rasseln Politiker von Ölförderländern mit ihren politischen Gegnern aus dem Ausland zusammen oder oder oder... Dann ist kurzfristig vielleicht schon morgen. Der saudische Informationsminister Ijad Madani hat am gestrigen Montag, 9. Juni, die Lage etwas beruhigt, als er bekannt gab, das Königreich wolle eine Sondersitzung der in der OPEC zusammengeschlossenen erdöl-exportierenden Länder einberufen, bei dem auch Vertreter der Abnehmerländer teilnehmen sollen. Saudi-Arabien wolle mit der OPEC die „Verfügbarkeit von Öllieferungen jetzt und in Zukunft“ garantieren. Saudi-Arabien wolle dazu beitragen, „ungerechtfertigte und unnatürliche“ Preiserhöhungen zu kontrollieren. Madani sagte weiter, der jetzige Ölpreis sei nicht gerechtfertigt.

Die Gier nach Material

In welchen Bahnen der Ölpreis sich auch immer bewegen wird, klar ist: Die großen Ölkonzerne müssen verstärkt nach dem Rohstoff suchen, weil sie die Exploration und Erschließung von Ölfeldern in vielen Jahren zuvor vernachlässigt haben. Die damals deutlich niedrigeren Öl-Notierungen ließen ein wirtschaftliches Erkunden kaum zu. Nun bohrt und freut sich zum Beispiel Petrobras über ein Ölfeld, dass viele Kilometer unter der Meeresoberfläche liegt. So, wie die Welt nach Öl giert, gieren die Ölkonzerne nach Experten und Material, die den teueren Stoff finden und für die Förderung möglich machen können. Relativ unabhängig von der Entwicklung des Ölpreises bieten diese Experten ihre Dienste an und hören gerne, wenn die Konzerne etwas mehr zahlen, um ihr Ölfeld zu erschließen.

Die Baker Hughes Inc. (WKN 872 933) etwa ist eines der führenden Öl-Service-Unternehmen. Die Kurs-Gewinn-Verhältnisse für 2008 und 209 werden auf 17 und 15 geschätzt. Halliburton (WKN 853 986) übernimmt technische Dienstleistungen, Wartungsservices, Planungs- und Entwicklungsservices und verfügt über gute politische Kontakte in den USA. Die geschätzten Gewinnvielfachen für die Jahr 2008 und 2009 betragen 18 und 14. Nabors Industries Ltd. (WKN 662 778) bezeichnet sich als weltweite Nummer Eins bei der Erschließung von Öl– und Gasvorkommen. Die KGVs betragen 14 und 11. Saipem (WKN 869 060) sieht sich als größten europäischen Vertreter im Öl-Service-Sektor. Das Unternehmen verlegt Wasser- und Kohlenwasserstoffpipelines, entwirft und konstruiert industrielle, chemische und petrochemische Produktionsstätten und Raffinerien. Die Gewinnvielfachen betragen 19 und 16. SBM Offshore NV (WKN A0J LZV) entwickelt und baut Offshore-Einrichtungen, die nötig sind, um Öl und Gas zu produzieren, zu lagern und weiterzuleiten. SBM verleiht diese Einrichtungen an Öl- und Gasunternehmen. Technip S.A. (WKN 891 997) bezeichnet sich als Europas zweitgrößten Ölfeldservice-Dienstleister und besitzt eine führende Stellung als Pipeline- und Ölanlagenbauer, vor allem im Tiefwasserbau. Die KGVs liegen bei 17 und 15. Die Schoeller-Bleckmann AG (WKN 907 391) kontrolliert als Holding eine Unternehmensgruppe, die sich als einer der führenden Anbieter auf dem Gebiet der Hochpräzisionsteile für Richtbohrtechnologie der Ölfeld-Ausrüstungsindustrie bezeichnet. Schwerpunkt der Geschäftstätigkeit sind die Herstellung und der Vertrieb von hochfesten a-magnetischen Bohrstrangkomponenten. Die Gewinnvielfachen betragen 18 und 16. Die KGVs für die CGG Veritas (WKN 866 658) liegen bei 14 und 11 und die der Petroleum Geo-Services (WKN 913 231) sogar nur bei 9 und 8.

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