Vossloh
- DER AKTIONÄR

Der nötige Kick

Guy Wyser-Pratte ist zurück in Deutschland. Nach IWKA hat es der weltbekannte Firmenjäger nun auf Vossloh abgesehen. Drei Prozent hat der Amerikaner bereits an dem MDax-Konzern erworben und diesen Anteil will er zügig ausbauen. Sein Ziel: Vossloh muss sich mehr auf seine Stärken konzentrieren, z.B. auf die Schienenbefestigungstechnik. Randaktivitäten müssten hingegen verkauft werden.

Firmenjäger Guy Wyser-Pratte kauft sich bei Vossloh ein. Was hat er mit dem MDax-Konzern vor?

Guy Wyser-Pratte ist zurück in Deutschland. Nach IWKA hat es der weltbekannte Firmenjäger nun auf Vossloh abgesehen. Drei Prozent hat der Amerikaner bereits an dem MDax-Konzern erworben und diesen Anteil will er zügig ausbauen. Sein Ziel: Vossloh muss sich mehr auf seine Stärken konzentrieren, zum Beispiel auf die Schienenbefestigungstechnik. Randaktivitäten müssten hingegen verkauft werden.

Druck auf den Vorstand

Anders als im Fall IWKA ist die Atmosphäre nun allerdings viel entspannter. Damals ließ Wyser-Pratte erst locker, als der IWKA-Vorstand zurückgetreten war. Das wird bei Vossloh gewiss nicht passieren, was vor allem daran liegt, dass die Vorstellungen des Firmenjägers und Vossloh-Chef Gerhard Eschenröders gar nicht so weit auseinander liegen. Eschenröder will vor allem die Kosten in den Griff bekommen und in den Märkten außerhalb Europas stärker Fuß fassen. Viele Experten erwarten aber mehr. „Dafür könnte Wyser-Prattes Einstieg sorgen, der den Vossloh-Vorstand unter großen Erfolgsdruck setzt“, meint etwa Heino Hammann, Analyst der Norddeutschen Landesbank. Außerdem rührt Wyser-Pratte mit seinem Investment eindrucksvoll die Werbetrommel für Vossloh – auch bei internationalen Investoren. Aus gutem Grund, gehört Vossloh doch alles in allem zu den Top-Value-Aktien in Deutschland. Daran ändert auch die vor kurzem ausgesprochene Gewinnwarnung nichts, die sich nur als vorübergehende Schwächephase erweisen dürfte. Zudem ist die Aktie mit einem 2007er-KGV von 10 bei einem erwarteten Gewinnwachstum von 36 Prozent immer noch sehr günstig bewertet. Darüber hinaus gilt Vossloh als Übernahmekandidat. Als möglicher Käufer wurde zuletzt das russische Unternehmen Transmasch gehandelt.

Eine gute Wahl

Der Wyser-Pratte-Einstieg erhöht den Druck auf das Vossloh-Management und den internationalen Bekanntheitsgrad des Unternehmens. Hingegen ist das von einigen Medien hochgekochte Zerschlagungsszenario unrealistisch. Langfristig orientierte Anleger nutzen die aktuelle Kursschwäche zum Einstieg.

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