Westag & Getalit Vz.
- DER AKTIONÄR

Der Motor läuft rund

Elf Jahre kontinuierliche Rezession haben der deutschen Bauwirtschaft massiv zugesetzt. Von den zahllosen Firmenpleiten dürfte einigen Anlegern noch die Insolvenz des deutschen Baukonzerns Philipp Holzmann in Erinnerung sein. Dagegen sind die Konzerne, die diese schwierige Zeit „überlebt“ haben, gestärkt aus der Krise hervorgegangen. So auch die Westag & Getalit AG.

Die Westag & Getalit AG hat die lange Krise der Baubranche hervorragend überstanden. Jetzt kann der Konzern Vollgas geben.

Elf Jahre kontinuierliche Rezession haben der deutschen Bauwirtschaft massiv zugesetzt. Von den zahllosen Firmenpleiten dürfte einigen Anlegern noch die Insolvenz des deutschen Baukonzerns Philipp Holzmann in Erinnerung sein. Dagegen sind die Konzerne, die diese schwierige Zeit „überlebt“ haben, gestärkt aus der Krise hervorgegangen. So auch die Westag & Getalit AG.

Unerwarteter Bauboom

Der Konzern hat sich in den letzten Jahren zu einem bedeutenden europäischen Hersteller von Holzwerkstoffund Kunststofferzeugnissen gemausert. Entsprechend profitiert Westag heute überproportional von der wiedererstarkten deutschen Baukonjunktur. „Doch auch ohne den unerwarteten Bauboom in Deutschland würden wir wachsen“, so Vorstandssprecher Bernhard Wenninger. Die Konzernspitze entschied sich schon vor Jahren, den Export zu forcieren und damit die Abhängigkeit vom Inlandsgeschäft zu reduzieren. Mit Erfolg: Im ersten Quartal stieg der Exportumsatz um fast 30 Prozent, die Exportquote auf 24,4 Prozent. Ein weiterer Erfolgsfaktor sei das breite Produktspektrum. Westag produziert unter anderen Schalungsplatten für den Einsatz auf Baustellen, Bodenplatten für Transportfahrzeuge, Hallenböden (KölnArena), Türen und Zargen, Küchenarbeitsflächen oder Dekorplatten.

Wachstumsmotor Export

Für 2007 ist der Konzern optimistisch, wobei der Export die treibende Kraft bleiben soll. Wenninger sieht großes Potenzial unter anderem in Ländern wie Russland oder Dubai, wo die Nachfrage nach hochwertigen Wohnraumausstattungen enorm ist. Zudem ist Westag zwar flächendeckend in Europa vertreten, aber noch nicht mit jedem Produkt in jedem Land. Auf Jahressicht erwartet Wenninger ein Umsatzwachstum im hohen einstelligen Prozentbereich (Vorjahr: 197 Millionen Euro) sowie eine angemessene Vorsteuerrendite. Nach Schätzungen des AKTIONÄRS dürfte sich die Rendite im Bereich von sieben Prozent und der Gewinn zwischen 1,60 und 1,75 Euro pro Aktie bewegen. Trotz der sich bietenden Wachstumschancen setzt Westag nicht auf Akquisitionen. Leisten könnte man es sich. Der Konzern hat keine Bankschulden und eine für einen Baukonzern kerngesunde Eigenkapitalquote von 66 Prozent. Beeindruckend ist zudem die Dividendenhistorie: Seit 1989 erhalten die Vorzugsaktionäre ununterbrochen eine Dividende, für 2006 hat der Vorstand 0,88 Euro pro Aktie vorgeschlagen. Dies entspricht einer Rendite von 3,8 Prozent.

Ein Rundum-sorglos-Paket

Westag & Getalit ist ein grundsolides Unternehmen, bei dem von den Wachstumsperspektiven über die Dividendenrendite bis hin zur Bewertung alles passt. Es ist auch nicht davon auszugehen, dass der Bauboom in Deutschland abrupt zum Erliegen kommt. Aufgrund der wenigen Stücke, die im Umlauf sind, sollten Kaufaufträge limitiert werden.

Kursziel bei Westag & Getalit: 32,00 Euro. Stopp: 18,00 Euro.

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 23/2007.

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| Werner Sperber | 0 Kommentare

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