Centrosolar Group
- DER AKTIONÄR

Der mit dem Wolf tanzt

Nur selten harmonieren Stiefgeschwister so gut wie dies bei Centrosolar und Wolf der Fall ist. Auf der einen Seite steht die seit September 2005 börsenotierte Centrotec-Tochter, die durch zahlreiche Akquisitionen zu einem der führenden Photovoltaik-Spezialisten Deutschlands aufgestiegen ist. Auf der anderen Seite die seit Anfang Oktober zum Centrotec-Konzern gehörende ehemalige TUI-Tochter Wolf.

Die Übernahme des Klima- und Heiztechnikspezialisten Wolf durch den SDAX-Konzern Centrotec erweist sich auch für deren Tochter Centrosolar als Glücksfall.

Nur selten harmonieren Stiefgeschwister so gut wie dies bei Centrosolar und Wolf der Fall ist. Auf der einen Seite steht die seit September 2005 börsenotierte Centrotec-Tochter, die durch zahlreiche Akquisitionen zu einem der führenden Photovoltaik-Spezialisten Deutschlands aufgestiegen ist. Auf der anderen Seite die seit Anfang Oktober zum Centrotec-Konzern gehörende ehemalige TUI-Tochter Wolf, die umfassendes Know-how im Bereich Solarthermie mitbringt.

Ideale Ergänzung

Der Wolf-Deal ermöglicht Centrosolar nicht nur den Einstieg in die Solarthermie, er ist auch aufgrund der etablierten Vertriebskanäle des Klima- und Heiztechnikspezialisten von großer Bedeutung für die Münchener. Neben 15 Niederlassungen in Deutschland und fünf eigenen Tochtergesellschaften im Ausland verfügt Wolf vor allem in Süd- und Osteuropa über ein engmaschiges Vertriebsnetz. Von diesem erhofft sich Centrosolar-Chef Dr. Alexander Kirsch weitere Impulse für die eigene Internationalisierung. Bereits jetzt liegt die Exportquote mit 26 Prozent deutlich über dem Branchendurchschnitt. Aber auch der Markenname „Wolf“ kommt den Münchenern bei ihrer Expansion gelegen. So wird die neue Schwestergesellschaft zukünftig ein von Centrosolar entwickeltes Photovoltaiksystem unter eigenem Label in 45 Ländern vertreiben.

Optimistische Analysten

Auf positive Resonanz stieß die jüngste Entwicklung auf Analystenseite. Während sich M. M. Warburg bei seiner Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 13,60 Euro eher zurückhaltend gab, wagte sich Goldman Sachs mit 18,54 Euro in die Offensive. Zwischen diesen Extremen bewegt sich Analyst Burkhard Weiss von HSBC Trinkaus & Burkhardt, der den fairen Wert bei 15,50 Euro sieht. 2006 erwartet er einen Gewinn je Aktie von 0,44 Euro, der in den kommenden beiden Jahren auf 0,72 beziehungsweise 1,08 Euro ansteigen soll. Bei der Ergebnisentwicklung kommt den Münchenern entgegen, dass sie keine langfristigen Lieferverträge geschlossen haben. Wie Vorstandschef Dr. Alexander Kirsch im Gespräch mit dem AKTIONÄR bestätigte, hat sich Centrosolar auf der Beschaffungsseite nur mit kleinen Mengen preislich gebunden. So kann die Gesellschaft durch sinkende Einkaufspreisen die eigene Wettbewerbsfähigkeit deutlich erhöhen.

"Generation Wolf"

Mit dem Wolf-Deal bricht auch für Centrosolar eine neue Zeitrechnung an. Einerseits steigen die Münchener zum vollwertigen Solaranbieter auf, andererseits eröffnet die Traditionsmarke neue Vertriebsmöglichkeiten. Da Solarwerte derzeit an der Börse jedoch einen schweren Stand haben, sollten Positionen mit einem Stopp bei 10,50 Euro versehen werden.

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 44/2006.

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