Syngenta
- DER AKTIONÄR

Der Mais ist heiß

Wer es bis jetzt noch nicht in den Nachrichten gehört oder gesehen hat, wird es schon bald am eigenen Geldbeutel zu spüren bekommen: Lebensmittel werden teurer. So sollen unter anderem die Preise für Milch und Fleisch steigen. Die Begründung für die Erhöhung lautet wie so oft in den letzten Monaten: Die große Nachfrage aus China ist schuld.

Der US-Konzern Monsanto hat gegenüber dem Schweizer Wettbewerber Syngenta die Nase in Sachen Maissaatgut vorn. Holen die Eidgenossen bald auf?

Wer es bis jetzt noch nicht in den Nachrichten gehört oder gesehen hat, wird es schon bald am eigenen Geldbeutel zu spüren bekommen: Lebensmittel werden teurer. So sollen unter anderem die Preise für Milch und Fleisch steigen. Die Begründung für die Erhöhung lautet wie so oft in den letzten Monaten: Die große Nachfrage aus China ist schuld.

Asien treibt den Preis

Die Entwicklung in Asien hat auch noch andere Konsequenzen. Denn Tiere müssen, um mehr Milch und Fleisch zu produzieren, auch mehr fressen. Und das wiederum sorgt für eine erhöhte Nachfrage nach Mais. Und treibt dessen Preis nach oben. Doch Mais ist nicht nur als Nahrungsmittel beliebt. So lässt sich das Getreide auch als Kraftstoff nutzen. Da die aktuelle Diskussion um Treibhauseffekt, globale Erwärmung und alternative Energiequellen auch in den USA Ethanol als Alternative zum immer teurer werdenden Benzin in den Blickpunkt von Öffentlichkeit und Industrie gerückt hat, steht Mais, einem der Hauptlieferanten von Ethanol, ein großer Nachfrageschub bevor. Die Zahl der US-Ethanol-Raffinerien, die Mais als Rohstoff benötigen, soll von aktuell rund 100 auf 185 in den kommenden Jahren steigen. Bereits ein Fünftel der Maisernte wird zur Produktion von Ethanol genutzt.

Gefragte Resistenzen

Die steigende Nachfrage nach Mais macht sich vor allem beim US-Saatgutanbieter Monsanto bemerkbar. Der Marktführer aus dem Bundesstaat Missouri profitiert davon, dass gerade solches Saatgut bei den Maisanbauern beliebt ist, das gentechnisch verändert ist und bereits Resistenzen gegen bestimmte Schädlinge enthält. Deswegen gerät Monsanto zwar immer wieder in die Kritik von Umweltschutzorganisationen und anderen grünen Verbänden. Doch bei den Zahlen für das zweite Quartal (per Ende Mai) konnte Monsanto ein knapp 80-prozentiges Umsatzwachstum verzeichnen. Beim Wettbewerber Syngenta sieht es da etwas anders aus. Im jüngsten Quartal hat das Schweizer Unternehmen nahezu 20 Prozent weniger Soja- und Mais-Saatgut an den Mann gebracht als im Vorjahr. Wenig verwunderlich also, dass Syngenta nun im Hinblick auf den wichtigen US-Markt, dem weltweit größten Markt für Mais, an ähnlichen Produkten wie Monsanto arbeitet: Bei einem Blick auf die Entwicklungspipeline des Unternehmens aus Basel wird deutlich, dass Syngenta bereits in der Anbausaison 2008 mit einem sogenannten Triple-Stack-Saatgut, das die Resistenz gegen gleich drei Schädlinge beinhaltet, aufwarten will. Eine größere Produktpalette könnte dem Aktienkurs von Syngenta guttun. Nach dreieinhalb Jahren ordentlichen Kurszuwachses kommt die Notierung der Schweizer seit Anfang des laufenden Jahres nicht mehr richtig von der Stelle – der Monsanto-Kurs hat in diesem Zeitraum um rund 30 Prozent zugelegt. Dabei gibt es bei Syngenta nicht nur Schatten. So konnte im Gegensatz zum US-Maisgeschäft die Sparte Pflanzenschutz ordentlich punkten: Die Umsätze des Anbieters von Herbiziden, Insektiziden und anderen Wirkstoffen stiegen um sieben, der Betriebsgewinn sogar um 13 Prozent.

Favorit Syngenta

Vom immer größer werdenden Interesse an Mais – sei es als Nahrungsmittel oder als Treibstoff – dürften sowohl Monsanto als auch Syngenta profitieren. Eine starke Präsenz im Heimatmarkt spricht für die Aktie des US-Konzerns Monsanto. Allerdings müssen Anleger für die Marktführerschaft ordentlich berappen: Das KGV auf Basis der Schätzungen für das kommende Jahr beträgt üppige 31. Die Schweizer von Syngenta sind dagegen mit 16 verhältnismäßig günstig bewertet. Angesichts dieser Bewertung, des Nachholpotenzials des Kursverlaufes und der Kursfantasie durch neue Produkte favorisiert DER AKTIONÄR zurzeit Syngenta. Sobald die Notierung der Schweizer nach dem jüngsten Kursrücksetzer einen Boden gebildet hat, sollten Anleger diese Gelegenheit zum Einstieg nutzen.

Kursziel bei Monsanto: 60,00 Euro. Stopp: 36,50 Euro.

Kursziel bei Syngenta: 180,00 Euro. Stopp: 115,00 Euro.

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 34/2007.

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| Norbert Sesselmann | 0 Kommentare

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