quirin bank AG
- DER AKTIONÄR

Der Kunde ist König

Immer mehr Bundesbürger sind mit ihrer Hausbank unzufrieden. Laut Forrester beabsichtigen deshalb knapp 60 Prozent der Bankkunden, neue Finanzprodukte bei einem anderen Institut zu kaufen. Mit einem neuartigen Konzept geht seit letztem Jahr die Berliner Quirin Bank auf Kundenfang.

Consors-Gründer Karl Matthäus Schmidt arbeitet am nächsten Coup: Mit der Quirin Bank will er das Privatkundengeschäft neu aufrollen.

Immer mehr Bundesbürger sind mit ihrer Hausbank unzufrieden. Laut Forrester beabsichtigen deshalb knapp 60 Prozent der Bankkunden, neue Finanzprodukte bei einem anderen Institut zu kaufen.

Transparent und unabhängig

Mit einem neuartigen Konzept geht seit letztem Jahr die Berliner Quirin Bank auf Kundenfang. Laut Bankchef Karl Matthäus Schmidt, der mit dem Onlinebroker Consors schon einmal die Finanzwelt durcheinanderwirbelte, bezahlt der Kunde ausschließlich für die persönliche Beratungsleistung. Alle offenen und versteckten Vertriebsprovisionen entfallen beziehungsweise werden dem Kunden gutgeschrieben. Für 75 Euro „flat“ im Monat sind neben diesen Beratungsleistungen und einer umfassenden Finanzanalyse sämtliche Konto-, Depot- und Transaktionsgebühren abgegolten. Zusätzlich bieten die Berliner Aktienberatung und/oder Vermögensberatung an. Für Letztere erhebt Quirin eine 20-prozentige Performance Fee. Bei der Aktienberatung ist die Vergütung abhängig vom Depotvolumen. Nach Angaben von Quirin können beim Kauf eines Geschlossenen Fonds im Volumen von 50.000 Euro bei einer herkömmlichen Bank bis zu 10.000 Euro an Agio und Innenprovision zusammenkommen. Bei Quirin zahlt der Kunde lediglich 1,2 Prozent auf die Anlagesumme, also 600 Euro.

10.000 Kunden im Visier

Durch intensiveres Marketing konnten die Berliner im Laufe dieses Jahres die Kundenzahl im Private Banking von 736 auf knapp 1.300 beinahe verdoppeln. Bis zum Jahr 2010 soll die Zahl die 10.000er-Marke übersteigen und das verwaltete Kundenvermögen auf über eine Milliarde anwachsen. In die Karten der Berliner spielt dabei die neue EU-Richtlinie MiFID, wenn ab November alle Banken ihre Gebühren, Vermittlungsund Bestandsprovisionen schonungslos offenlegen müssen. Dann dürften die Vorzüge des Quirin-Modells offenkundig werden.

Auch die beiden anderen Säulen der Gesellschaft, Investmentbanking und Maklergeschäft, laufen nach den Worten des Bankchefs erfreulich. Immer mehr mittelständische Unternehmen vertrauen bei Börsengängen und Kapitalerhöhungen auf die Kompetenzen der Quirin Bank. 2006 betreute das Bankhaus neben der VEM Bank die meisten IPOs im Entry Standard. Darüber hinaus profitieren die Berliner von der anhaltenden Fokussierung der Banken auf ihr Kerngeschäft. Die Landesbank Sachsen, gleichzeitig einer der Großaktionäre, betraut Quirin mit der Abwicklung von Wertpapiergeschäften. Unter dem Strich ist das Ergebnis allerdings noch negativ, da der Aufbau des Private Bankings belastet. Ab 2009 sollen aber die Gewinne sprudeln.

Nächster Coup?

Karl Matthäus Schmidt hat bereits bewiesen, dass er innovative Geschäftsmodelle erfolgreich im Markt durchsetzen kann. Durch die Aufteilung auf drei Säulen ist Quirin zudem unabhängiger von den Börsenschwankungen. Nachdem DER AKTIONÄR die Aktie frühzeitig empfohlen hatte (Ausgabe 49/2006), springen jetzt immer mehr Anleger auf den Zug auf. Springen Sie mit!

Kursziel bei Quirin: 6,00 Euro. Stopp: 3,00 Euro.

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 33/2007.

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