Continental Airlines
- DER AKTIONÄR

Der Krise entflogen

Die Ereignisse des 11. September 2001 haben keine andere Branche so in Mitleidenschaft gezogen wie die US-amerikanische Luftfahrtindustrie. Viele Fluglinien gingen seitdem pleite, einige mussten sich in den Gläubigerschutz (Chapter 11) retten, um die Geschäfte fortführen zu können. Die Krise hatte aber auch ihr Gutes: US-Traditionsgesellschaften konnten den Gewerkschaften Konzessionen abringen.

Die US-Luftfahrtindustrie befindet sich auf dem Wege der Besserung. Analysten rechnen mit einer Fusionswelle.

Die Ereignisse des 11. September 2001 haben keine andere Branche so in Mitleidenschaft gezogen wie die US-amerikanische Luftfahrtindustrie. Viele Fluglinien gingen seitdem pleite, einige mussten sich in den Gläubigerschutz (Chapter 11) retten, um die Geschäfte fortführen zu können. Die Krise hatte aber auch ihr Gutes: Die Traditionsgesellschaften wie American, United, Delta, Continental und Northwest konnten den Gewerkschaften Konzessionen abringen, die Kosten deutlich senken und den Wettbewerbsnachteil gegenüber den Billigfliegern Southwest, Jetblue und AirTran verringern.

US Airways mit Paukenschlag

Dass die Branche wieder lebt, zeigt auch das jüngste Übernahmeangebot von US Airways für die unter Gläubigerschutz fliegende Delta. Die Nummer 5 des Landes bietet den unbesicherten Delta-Gläubigern vier Milliarden Dollar in bar sowie 78,5 Millionen eigene Aktien, die derzeit einen Wert von rund 4,7 Milliarden Dollar haben. Finanziert werden soll der Deal von der Citigroup, die 7,2 Milliarden Dollar bereitstellt – ein weiteres Indiz dafür, dass das „Big Money“ Gefallen an der Branche gefunden hat. Durch den Zusammenschluss entstünde die größte Fluglinie der USA mit dann 85.000 Mitarbeitern und 350 Zielorten über alle Kontinente verteilt. Das Einsparpotenzial beziffert US-Airways-Chef Doug Parker auf 1,7 Milliarden Dollar pro Jahr. Allerdings muss die Transaktion vor dem geplanten Austritt Deltas aus dem Gläubigerschutz Mitte 2007 über die Bühne gehen, da der Chapter-11-Status massive Kostensenkungen erlaubt. Noch wehrt sich Delta aber vehement gegen eine Übernahme; Konzernchef Gerald Grinstein will die Insolvenzphase unabhängig bewältigen.

Die Nutznießer

Sollte es US Airways tatsächlich gelingen, allen Hemmnissen zu trotzen und den Konkurrenten zu übernehmen, würde nach Meinung von Analysten die gesamte Branche profitieren. Parker hat angekündigt, zehn Prozent der Kapazitäten zu reduzieren. Dies würde dann den Airlines erlauben, Preiserhöhungen durchzuführen. Eine erfolgreiche Übernahme könnte zudem die Konsolidierungswelle in der Branche erst so richtig ins Rollen bringen. United-Finanzchef Jake Brace erwähnte vor kurzem gegenüber Investoren, dass in den USA nur Platz für maximal vier große Gesellschaften sei. United, so heißt es, habe Interesse an Continental, an der Northwest aber eine goldene Aktie besitzt und eine Transaktion verhindern kann. Continental-Boss Larry Kellner persönlich hat sich bereits für eine Fusion gesprächsbereit gezeigt. Wirtschaftlich laufe es sehr gut: In den ersten neun Monaten erwirtschaftete man trotz Kerosinpreiserhöhungen einen Reingewinn von 370 Millionen Dollar nach einem Verlust von 25 Millionen Dollar im Vorjahr.

Ready for take-off?

Unter den börsennotierten US-Fluggesellschaften sticht Continental Airlines klar heraus. Neben einem Schuss Übernahmefantasie lässt die günstige Bewertung noch Spielraum für „steigende“ Kurse.

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 51/2006.

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