Alibaba
- Benedikt Kaufmann

Der große Unterschied zwischen Alibaba und Amazon

Wen wundert es: Die zwei stärksten Volkswirtschaften der Welt haben die beiden größten E-Commerce-Unternehmen hervorgebracht. Amazon aus den USA und Alibaba aus China. Gerne wird das fünf Jahre später gegründete Alibaba als kleiner Amazon-Klon beschrieben. Zu Unrecht:

Innerhalb Chinas tritt Alibaba selten selbst als Verkäufer auf. Auf Alibaba-Seiten wie Taobao oder Tmall wird anderen Händlern ermöglicht ihre Ware zu verkaufen – im Gegenzug erhält Alibaba eine Kommission. Zeitgleich ermöglicht Alibaba personalisierte, also auf die Bedürfnisse des potentiellen Käufers zugeschnitte, Werbung. Alibabas Kerngeschäft entspricht damit eher dem von eBay als dem von Amazon. Alibaba liefert die Plattform und die Kunden – den eigentlichen Handel übernehmen externe Einzel- oder Großhändler.

Amazon verkauft dagegen viele Waren selbst. Die Güter werden in eigenen Logistik-Zentren gelagert, kommissioniert und versendet. Selbstverständlich können jedoch nicht alle Waren, die Amazon liefert, vom Konzern selbst vertrieben werden. Daher bietet Amazon neben den Direkt-Verkäufen auch eine Plattform für andere Händler an. Diese Händler verkaufen in der Regel hochpreisige und weniger umgeschlagene Güter. Amazon vermeidet damit lange Lagerdauern, die den Profit schmälern. Von den Händlern verlangt Amazon eine Kommission bezogen auf den Verkaufspreis.

Dieser Unterschied zeigt sich deutlich in den Bilanzen der E-Commerce-Giganten auf:

Amazons erzielt im Kerngeschäft E-Commerce eine Gewinnmarge von einem Prozent erzielt – Alibaba kommt auf eine Marge von 63 Prozent. Ein Prozent mag wenig klingen, doch ein Prozent ist keine ungewöhnliche kleine Marge im umkämpften Einzelhandel.

Während Amazon im vergangenen Geschäftsjahr mit den Einkäufen von geschätzt 340 Millionen Nutzern einen Umsatz von 140 Milliarden Dollar erzielte, erwirtschaftete Alibaba mit 466 Millionen Einkäufern nur 23,5 Milliarden Dollar.

Auch die Zahl der Angestellten differiert gewaltig. Amazon beschäftigte im vergangenen Jahr 341.400 Leute. Bei Alibaba hielten nur 50.082 Angestellte den Laden am Laufen.

Top-Empfehlungen

Doch die Konzerne haben auch Gemeinsamkeiten: Beide investieren in Cloud-Infrastruktur-Dienste. Beide finden sich auf der Empfehlungsliste des AKTIONÄR wieder. Amazon wurde bereits in Ausgabe 37/15 empfohlen – aktuelles Kursziel 1.000,00 Euro. Alibaba seit Ausgabe 38/15 – Kursziel 170,00 Euro.

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Caroline Ehlert -
    Im Fokus stand die Umsatzzahl von 250 Milliarden für Alibaba. Das was Amazon da veranstaltet ist eine totale Fehlleistung. Wie man sieht, wäre das Potential viel größer. Ich behaubte, dass Amazon Umsatz und Handel vernichtet. Die Mitarbeiter werden ausgebeutet, die Händler ohne Gründe von der Platform verjagt, die Konten und Lager von den Händlern werden von Amazon ausgeräumt. Das spricht sich auch herum. Der Gewinn der letztes Jahr von Amazon erzielt wurde, beruht auf der 600 Millionen Zahlung vom CIA. Amazon kann man nicht trauen. Wieso ein Bezos - der alle von der Klppe schleudern will - 133 Milliarden am Tag verstehe ich bei diesen Zahlen auch nicht. Da stimmt nichts bei Amazon!
  • Phil Lacosi -
    das verstehe ich nicht: Während Amazon im vergangenen Geschäftsjahr mit den Einkäufen von geschätzt 340 Millionen Nutzern einen Umsatz von 140 Milliarden Dollar erzielte, erwirtschaftete Alibaba mit 466 Millionen Einkäufern nur 23,5 Milliarden Dollar.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema: