GENENTECH INC. DL-,02
- DER AKTIONÄR

Der größere Riese

Zuerst kommen Genentech und Amgen – und dann kommt ganz lange gar nichts: Gemessen an der Marktkapitalisierung, am Umsatz und auch am Gewinn sind die beiden Konzerne aus Kalifornien nicht nur der Konkurrenz aus der Biotech-Branche um Lichtjahre voraus. Was den Börsenwert angeht, stellen die beiden Biotech-Marktführer mittlerweile sogar arrivierte Pharma-Konzerne wie Bristol-Myers Squibb oder Eli Lilly in den Schatten.

Genentech und Amgen sind die unangefochtenen Marktführer in der Biotech-Branche. Doch welche Aktie ist das bessere Investment?

Zuerst kommen Genentech und Amgen – und dann kommt ganz lange gar nichts: Gemessen an der Marktkapitalisierung, am Umsatz und auch am Gewinn sind die beiden Konzerne aus Kalifornien nicht nur der Konkurrenz aus der Biotech-Branche um Lichtjahre voraus. Was den Börsenwert angeht, stellen die beiden Biotech-Marktführer mittlerweile sogar arrivierte Pharma-Konzerne wie Bristol-Myers Squibb oder Eli Lilly in den Schatten.

Zahlen und Fakten

Genentech hat in puncto Börsenwert die Nase aktuell vorn. Der Konzern aus South San Francisco weist eine Marktkapitalisierung von knapp 85 Milliarden Dollar auf, während Amgen an der Börse „nur“ mit 65 Milliarden Dollar bewertet wird. Beim Umsatz ist Amgen im Vorteil: Das Unternehmen aus Thousand Oaks wies für 2006 Umsatzerlöse von 14,3 Milliarden Dollar aus, wohingegen bei Genentech lediglich 9,3 Milliarden durch die Bücher gingen. 2006 erzielte Amgen einen Nettogewinn von 2,95 Milliarden Dollar, bei Genentech verblieben unter dem Strich 2,11 Milliarden.

Die beiden Biotech-Giganten haben sich in den letzten Jahren stets durch ein explosives Wachstum ausgezeichnet. Und die Analysten gehen auch für die kommende Jahre von zweistelligen Zuwächsen bei Umsatz und Gewinn aus. Bei Amgen prognostizieren die Experten im Mittel ein Plus beim Umsatz von 10,6 Prozent für die nächsten vier Jahre. Noch positiver sehen sie die Aussichten bei Genentech: Für den Branchenprimus wird bis 2010 ein durchschnittliches jährliches Umsatzwachstum von 15,6 Prozent in Aussicht gestellt. Beim Gewinn trauen die Analysten Amgen nach einem schwachen Jahr 2006 mit einem Plus von 2,48 Dollar je Aktie bis Ende 2007 einen ordentlichen Sprung auf bis zu 4,28 Dollar je Anteilschein zu. Danach sollen die Gewinne bis 2010 im Schnitt um knapp neun Prozent jährlich anwachsen. Deutlich rosiger die Prognose für den Rivalen: Von 2006 auf 2007 rechnen die Analysten bei Genentech mit einen Gewinnsprung um rund 47 Prozent auf 2,89 Dollar je Aktie. Bis 2010 sollen die Gewinne dann pro Jahr im Mittel um knapp 17 Prozent steigen.

Kerngeschäfte

Fast die Hälfte seines Umsatzes generierte Amgen 2006 mit den Medikamenten Aranesp und Epogen, die die Bildung neuer roter Blutkörperchen anregen sollen und unter anderem bei Nierenerkrankungen und Krebs zum Einsatz kommen. Doch gerade hier droht Amgen nun Ungemach. Weil Zweifel am Nutzen und an der Sicherheit der Mittel aufgekommen sind und deswegen weitreichende Restriktionen von Behördenseite angekündigt wurden, drohen dem Unternehmen in diesem Bereich herbe Einbußen. Zudem scheiterte vor Kurzem der Versuch, sich besser im zwar hartumkämpften, aber sehr lukrativen Krebsgeschäft zu positionieren. In klinischen Tests konnte nicht belegt werden, dass sich der Antikörper Vectibix zur Therapie von Darmkrebs eignet. Krebsmedikamente hingegen sind die Domäne von Konkurrent Genentech. Gemeinsam mit Mutterkonzern und Partner Roche haben die Kalifornier die weltweite Führung in diesem Bereich übernommen. Das Antikörper-Präparat Avastin, das gegen Darm- und Lungenkrebs eingesetzt wird, spült schon jetzt Milliarden in die Genentech-Kasse – und könnte sich in der Zukunft als noch lukrativer herausstellen, wenn in Tests nachgewiesen werden kann, dass sich das Mittel auch noch zur Behandlung anderer Krebsarten eignet. Aufschluss darüber könnte es schon bei der ASCO-Krebskonferenz Anfang Juni geben.

Eindeutiger Sieger

Aus dem Vergleich der beiden weltweit größten Biotech-Konzerne geht Genentech als eindeutiger Sieger hervor. Zwar weist der Marktführer mit einem 2008er-KGV von 23 eine fast doppelt so hohe Bewertung auf wie Amgen, doch dies relativiert sich vor dem Hintergrund der deutlich besseren Wachstumsperspektiven. Hinzu kommt, dass Amgen mit seinen beiden Top-Produkten Aranesp und Epogen in sehr schwieriges Fahrwasser geraten ist und hier erhebliche Einbußen drohen. Auch diese Unsicherheit dürfte in den kommenden Monaten auf der Aktie lasten. Anleger sind mit einem langfristig angelegten Einstieg bei Genentech deshalb aktuell deutlich besser beraten.

Kursziel bei Genentech: 70,00 Euro. Stopp: 50,00 Euro.

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 21/2007.

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