New World Development Co. Ltd.
- DER AKTIONÄR

Der Boom geht weiter

Chinas Aktienmärkte sind wieder durchgestartet. Die scharfe Börsenkorrektur Ende Februar bis Anfang März ist überwunden – wobei zahlreiche Investoren das niedrige Kursniveau zum Einstieg genutzt hatten. Der Shanghai B-Share hat wieder die alte Höhe von 190 Punkten geknackt und glänzt unter den Topbörsen der Welt in der Spitzengruppe, wie das Börsenwetter zeigt.

Chinas Börsen laufen – wobei vor allem der Hongkonger Hang Seng Index lockt. DER AKTIONÄR pickt drei kaufenswerte Unternehmen heraus.

Chinas Aktienmärkte sind wieder durchgestartet. Die scharfe Börsenkorrektur Ende Februar bis Anfang März ist überwunden – wobei zahlreiche Investoren das niedrige Kursniveau zum Einstieg genutzt hatten. Der Shanghai B-Share hat wieder die alte Höhe von 190 Punkten geknackt und glänzt unter den Topbörsen der Welt in der Spitzengruppe, wie das Börsenwetter zeigt. Auch der Hang Seng Index, der 38 in Honkong gelistete Unternehmen abbildet, ist wieder auf dem Weg zu alten Rekordständen: Das Kursbarometer hat erneut die Hürde von 20.000 Punkten genommen. Während der Shanghai B-Share allerdings mit einem aktuellen Kurs-Gewinn-Verhältnis von 68 bereits sehr hoch bewertet ist, glänzt der Hang Seng mit einem deutlich attraktiveren KGV von 16.

Gewinn mit Esprit

Star der Hang-Seng-Titel ist Esprit Holdings. Der Modekonzern mit Hauptsitz Hongkong hat in den vergangenen zehn Jahren am besten unter den Indexwerten abgeschnitten. Und wer kennt sie nicht, die Esprit-Shops mit dem Lifestyle-Touch, die in vielen Fußgängerzonen zu finden sind. In mehr als 40 Ländern ist die Kette inzwischen vertreten, wobei sie in den zurückliegenden Jahren mit schöner Regelmäßigkeit Umsatz und Gewinn gesteigert hat. In der zweiten Jahreshälfte 2006 erreichte der Umsatz umgerechnet 1,4 Milliarden Euro und der operative Gewinn nahezu 292 Millionen Euro – deutlich über den Analystenerwartungen. Im laufenden Halbjahr will das Unternehmen mindestens 30 neue Läden eröffnen, insbesondere in Europa. Weltweit sollen in den nächsten drei Jahren insgesamt 400 Shops hinzukommen. Positives Signal für die Expansion liefert auch die Gewinnmarge des Ladengeschäfts, die gegenüber dem ersten Halbjahr 2005 um sechs Prozentpunkte auf 18 Prozent gestiegen ist.

Ein weiterer hochinteressanter Wert ist New World Development. Ursprünglich als Baufirma gestartet, hat sich das Hongkonger Unternehmen in nahezu 40 Jahren zu einem Mischkonzern mit vier Hauptfeldern entwickelt: Häuserbau und Hotel, Infrastruktur wie Straßen- und Kraftwerksbau, Telekommunikation sowie strategische Investments etwa in Kaufhäuser. Dabei ist der Anbieter in Hongkong, auf dem chinesischen Festland, Macau und in mehreren Ländern Südostasiens aktiv. Unter dem Strich erzielte New World Development im zurückliegenden Geschäftsjahr bis Ende Juni 2006 gut eine Milliarde Euro Umsatz und einen operativen Gewinn von 142 Millionen Euro. Im laufenden Fiskaljahr will Konzernchef Henry Cheng Kar-Shun deutlich mehr herausholen, auch wenn die Immobilienverkäufe in Hongkong zuletzt geschwächelt haben. Dafür laufen die Geschäfte auf dem chinesischen Festland umso besser. Bis Ende des nächsten Geschäftsjahres von Juli 2007 bis Mitte 2008 trauen Analysten dem Konzernriesen einen operativen Gewinn von 440 Millionen Euro zu.

Kreditnachfrage

Solide Gewinnaussichten bietet auch die staatliche China Construction Bank aus Peking, die viertgrößte Bank im Riesenreich. Bereits das starke Wirtschaftswachstum um die zehn Prozent pro Jahr zeigt einen anhaltenden Kreditbedarf. Dazu kommt, dass China mit dem Eintritt in die Welthandelsorganisation WTO große Schritte unternimmt, das Bankenwesen transparenter zu machen und internationale Standards durchzusetzen. Die Öffnung des Finanzsektors im Rahmen des WTO-Beitritts macht zahlreiche Finanzhäuser zu begehrten Beteiligungszielen, wobei China Construction unter den im Hang Seng gelisteten Banken mit einer günstigen Bewertung lockt. Um auch global bestehen zu können, will das Unternehmen im Ausland verstärkt Filialen einrichten und Unternehmen zukaufen.

Drei zur Auswahl

Der Einstieg in die drei Unternehmen im Hang Seng Index sollte sich lohnen. Esprit Holdings glänzt dabei mit regelmäßigen Umsatz- und Gewinnsteigerungen und einem erfreulichen Ausblick. Auch New World Development dürfte insbesondere dank des starken Geschäfts auf dem chinesischen Festland kräftig zulegen. Die China Construction Bank ist ein absolutes Schwergewicht, das weiterhin von hohen Wachstumsraten Chinas und der Öffnung des Finanzsektors profitieren sollte. Der Titel ist mit einem aktuellen 2008er-KGV von 15 am günstigsten von den dreien bewertet.

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 17/2007.

Hier erhalten Sie weitere Informationen zum Magazin.

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV