51JOB INC. ADR/2
- DER AKTIONÄR

Der 5-Millionen-Dollar Mann

Wenn Firmenmanager die Aktien des eigenen Unternehmens verkaufen, dann kann das viele Gründe haben: Collegegebühren für die Kinder, neues Auto, neues Haus oder einfach nur Risikostreuung im Portfolio. Wenn dieselben Manager aber eigene Aktien kaufen, dann hat das nur einen einzigen Grund: Sie wollen Geld verdienen und halten die Titel für unterbewertet. So gesehen muss Rick Yan, der Firmenboss von 51Job, die eigenen Aktien für spottbillig halten.

Der Jobvermittler 51Job legt im Printgeschäft kaum noch zu. Dafür verbucht er in der Online-Sparte starke Umsatzzuwächse.

Wenn Firmenmanager die Aktien des eigenen Unternehmens verkaufen, dann kann das viele Gründe haben: Collegegebühren für die Kinder, neues Auto, neues Haus oder einfach nur Risikostreuung im Portfolio. Wenn dieselben Manager aber eigene Aktien kaufen, dann hat das nur einen einzigen Grund: Sie wollen Geld verdienen und halten die Titel für unterbewertet. So gesehen muss Rick Yan, der Firmenboss von 51Job, die eigenen Aktien für spottbillig halten. Er kaufte gleich ein Paket im Wert von mehr als fünf Millionen Dollar. Um der Sache eine Dimension zu verleihen: 51Job besitzt derzeit eine Marktkapitalisierung von 500 Millionen Dollar und Yan verfügte bereits über knapp 30 Prozent der Anteile.

Sorgenkind Printgeschäft

51Job ist Chinas größter Jobvermittler. Das Unternehmen veröffentlicht das wöchentlich erscheinende 51job Weekly, ein Magazin für Arbeitssuchende und für Firmen mit offenen Stellen. Verbreitet wird der gedruckte Stellenmarkt über ein Netzwerk von insgesamt 25 landesweit verteilten Niederlassungen. Erlöse erzielt 51Job in dem Segment durch Werbeanzeigen – ein lukratives Geschäft, das im dritten Quartal immerhin 55 Prozent zum Gesamtumsatz beigetragen hat. Zufrieden ist Rick Yan dennoch nicht. Denn das Wachstum in der Printsparte ist mit sechs Prozent um vier Prozentpunkte niedriger ausgefallen als das chinesische Wirtschaftswachstum. Um diesen negativen Trend abzufedern – umkehren lässt er sich wohl nicht –, forciert Yan das Online-Geschäft.

Zweistellige Zuwachsraten

Im Berichtszeitraum nutzten knapp 45.000 Arbeitgeber das Online-Job-Portal 51job.com zur Stellenausschreibung, ein Anstieg um fast ein Drittel. Die Einnahmen aus dem Segment legten in gleicher Größenordnung auf 58 Millionen Renminbi (circa 5,8 Millionen Euro) zu. Analysten erwarten, dass sich die positive Entwicklung fortsetzt und 51Job bei Online-Werbung von 2007 bis 2010 um jährlich 22 Prozent wachsen wird. Zusätzliche Impulse sollten Dienste wie Unternehmenstraining und die High-Profile-Suche geben, mit der Firmen bei der Suche nach Managern unterstützt werden.

Rund 20 Prozent des Aktienkurses entfallen auf Barreserven, um diese bereinigt beträgt das 2007er-KGV für chinesische Verhältnisse sehr moderate 11. Der Aktienkurs hat seit November zwar bereits um 35 Prozent zulegen können, allerdings rechtfertigt die fundamentale Entwicklung durchaus höhere Notierungen.

Langfristig planen

51Job ist nichts für Anleger auf der Suche nach schnellen Gewinnen, sondern vor allem für Investoren interessant, die vom Boom im chinesischen Internet profitieren wollen, ohne dabei „volles Risiko“ zu gehen. Die Umsätze im Printgeschäft dienen 51Job als solide Basis, während die schnell wachsende Online-Sparte für die nötige Fantasie sorgt.

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 51/2006.

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