MME Moviement
- DER AKTIONÄR

Den Engländern sei Dank

Immer wieder gibt es Situationen, in denen eine Aktie praktisch gar nicht mehr fallen, sondern nur noch steigen kann. Eine solche Sondersituation ist die deutsche MME Moviement AG. Eine britische Filmgesellschaft, eine Private-Equity-Gesellschaft sowie ein immer kleiner werdender Streubesitz spielen bei diesem Investment die Hauptrollen.

Die Aktie der MME Moviement AG bietet Renditechancen bei geringem Risiko.

Immer wieder gibt es Situationen, in denen eine Aktie praktisch gar nicht mehr fallen, sondern nur noch steigen kann. Eine solche Sondersituation ist die deutsche MME Moviement AG. Eine britische Filmgesellschaft, eine Private-Equity-Gesellschaft sowie ein immer kleiner werdender Streubesitz spielen bei diesem Investment die Hauptrollen.

Ein erstes Angebot

Im Frühjahr dieses Jahres hatte der ALL3Media-Konzern ein Übernahmeangebot für MME abgegeben. Höhe der Offerte: sieben Euro pro Aktie, rund ein Euro über dem letzten Kurs vor Bekanntgabe des Angebots. ALL3Media, eine führende unabhängige englische TVund Filmproduktionsgesellschaft, gehört mehrheitlich zur Private-Equity- Gesellschaft Permira. Daher lag der Verdacht nahe, dass ALL3Media nur zu gut einschätzen konnte, bis zu welchem Preis MME ein Schnäppchen ist. Bereits im Vorfeld des Übernahmeangebots hatten sich die Engländer über Anteilskaufverträge und Optionsvereinbarungen etwa 42 Prozent an MME gesichert. Ziel war, durch das Übernahmeangebot an den Streubesitz einen Anteil von mindestens 75 Prozent zu erreichen – andernfalls würde man vom Angebot zurücktreten, hieß es in der offiziellen Angebotsunterlage.

Squeeze-Out?

Mittlerweile halten die Briten nicht nur 75, sondern sogar über 82 Prozent – und der Hunger nach weiteren Aktien scheint ungestillt. Fleißige Leser der juristischen Angebotsunterlagen haben in dem 60-seitigen Übernahmeangebot bereits frühzeitig den entscheidenden Hinweis für die weitere Entwicklung lokalisiert: Die Bieterin habe „grundsätzlich die Absicht“, einen Beherrschungsund Gewinnabführungsvertrag oder sogar einen Squeeze-Out durchzuführen. Damit wäre ein neues Abfindungsangebot für die MME-Aktionäre fällig. Mittlerweile gibt es sogar offizielle Aussagen des Unternehmens, dass noch in diesem Frühherbst ein entsprechender Unternehmensvertrag abgeschlossen werden soll. Dabei ist es kaum wahrscheinlich, dass dieses neuerliche das frühere Angebot von sieben Euro unterschreiten wird. Ein Squeeze-Out, der dann wohl 2008 anstehen dürfte, dürfte sogar noch teurer werden. Eine andere Adresse aus London, Trafalgar Asset Management, hat zwischenzeitlich 5,23 Prozent der MMEAktien aufgesammelt. Damit kann ALL3Media unmöglich die für einen Squeeze-Out notwendige 95-Prozent- Schwelle erreichen. Es sei denn, der eine bietet dem anderen Engländer einen Preis, bei dem dieser nicht Nein sagen kann. Dieser dürfte dann jedoch die Untergrenze darstellen für das, was ALL3Media den anderen Minderheitsaktionären zahlen muss.

Chance "schlägt" Risiko

Dank der Sondersituation weist ein Kauf der MME-Aktie bei gegenwärtig 7,50 Euro nur wenig Risiko, nach oben aber deutliches Potenzial auf.

Kursziel bei MME: 9,50 Euro. Stopp: 6,50 Euro.

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 31/2007.

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