DELIVERY HERO
- Nikolas Kessler - Redakteur

Delivery Hero: Wachstum kostet

Delivery Hero hat am Donnerstagmorgen die endgültige Zwischenbilanz für das erste Halbjahr 2018 geliefert – und damit nicht den Geschmack der Anleger getroffen. Trotz sattem Wachstum verliert die Aktie am Vormittag deutlich.

Die Essensliefer-Plattform ist in der ersten Jahreshälfte erneut kräftig gewachsen. Die Zahl der Bestellungen ist im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um rund 46 Prozent auf 183,7 Millionen gestiegen, was dem Unternehmen ein Umsatzplus von fast 48 Prozent auf 356,9 Millionen Euro beschert hat. Um Währungseffekte bereinigt ist der Erlös sogar um 60,5 Prozent gestiegen. (Den vollständigen Halbjahresbericht finden Sie hier.)

Das operative Ergebnis (bereinigtes EBITDA) hat sich im gleichen Zeitraum jedoch auf -54,8 Millionen verschlechtert. Die EBITDA-Marge landete mit -15,4 Prozent im Rahmen der vorläufigen Zahlen von Anfang August – ebenso die Kennzahlen zu Umsatz, Bruttowarenwert und Anzahl der Bestellungen.

Gemeinsam mit den vorläufigen Zahlen hatte das Management für das zweite Halbjahr zusätzliche Investitionen von bis zu 80 Millionen Euro in Marketing, Restaurantabdeckung und Technologien angekündigt und im Zuge dessen das Ziel verworfen, bis Jahresende den Break-even auf bereinigter EBITDA-Basis zu erreichen. Dieser Ausblick wurde nun bestätigt, ebenso das Umsatzziel von 760 bis 780 Millionen Euro für das Gesamtjahr 2018.

Rückzug aus UK bringt Millionen

Unter dem Strich hat Delivery Hero zwar ein Nettogewinn von rund 147 Millionen Euro ausgewiesen, dieser ist aber in erster Linie dem Verkauf des Großbritannien-Geschäfts zu verdanken. Anfang des Jahres hatte Delivery Hero die dortige Tochter Hungryhouse an den britischen Konkurrenten JustEat verkauft und dabei einen Gewinn von rund 262 Millionen Euro verbucht. Ohne diesen Einmaleffekt betrug der Verlust jedoch fast 116 Millionen Euro.

Delivery-Hero-CEO Niklas Östberg äußerte sich trotzdem zufrieden: „Wir hatten ein ausgezeichnetes erstes Halbjahr 2018 mit anhaltend hohem Wachstum im gesamten Unternehmen und sind sehr zufrieden mit dem Start des dritten Quartals.“

Aktie nach Zahlen unter Druck

Die Anleger bewerten die Lage offenbar anders, denn obwohl viele Eckdaten bereits bekannt waren, geht es für die Aktie am Donnerstag um bis zu sieben Prozent bergab. Investierte Anleger sollten daher den Stopp bei 40 Euro im Auge behalten.

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