DAX
- Michael Schröder - Redakteur

DAX zwischen den Jahren: Ruhiger Jahresausklang - zweiter Dreijahrestender der EZB im Blick

Das Börsenjahr 2011 wollen die meisten Anleger vermutlich schnell abhaken – auch wenn es schwer fällt. In den verbleibenden Handelstagen sollte sich an der schwachen Entwicklung der meisten großen Leitindizes – trotz des viel zitierten Window Dressings – nur wenig ändern. Zum Jahresauftakt dürften Investoren dann damit beginnen, sich für die nächsten Refinanzierungsschritte südeuropäischer Länder zu positionieren.

Die wichtigsten internationalen Indizes stehen im Jahresvergleich deutlich im Minus: Beim DAX sieht es stand heute nach einem Verlust von rund 15 Prozent aus, während der EuroStoxx 50 und der japanische Nikkei sogar noch tiefer in den roten Zahlen stehen. Der US-Leitindex Dow Jones dürfte dagegen mit einem blauen Auge und einem kleinen Plus von rund fünf Prozent davon kommen. Die Experten von Close Brothers Seydler begründen dies vor allem mit den jüngst aufgehellten Aussichten für die US-Wirtschaft.

Volatiles Jahr

Baissejahre mit hohen Kursverlusten kommen zwar immer mal wieder vor. Wenn die Trends aber so schnell wechseln wie 2011, stoßen selbst Profis an ihre Grenzen. Ein Beispiel: Der Ausverkauf an den Märkten nach dem Atomunglück in Japan und die darauffolgende schnelle Erholung. Der sich anschließenden Flaute über den Sommer folgte im August/September dank Schulden-, Euro- und Griechenlandkrise die nächste kräftige Abwärtsbewegung, in deren Verlauf der DAX von 7.500 auf zeitweise unter 5.000 Punkte einbrach. Der von vielen Marktteilnehmern erwartete Test des Allzeithochs bei 8.150 Punkten blieb damit aus.

Window Dressing

Die Staatsschuldenkrise dürfte sich bis weit in das kommende Jahr hinziehen - und die Finanzmärkte beeinflussen. In den letzten Tagen 2011 werden dagegen schwache Handelsvolumina das Bild an den Aktienmärkten prägen. Das traditionelle Window Dressing könnte den einen oder anderen Wert bewegen, wenn institutionelle Anleger versuchen, ihre Portfolios zum Jahresende optisch noch aufzupolieren. In diesem Jahr könnten aber auch schlecht gelaufene Aktien aus dem Depot entfernt werden, damit sie bei der Jahresendaufstellung nicht mehr erscheinen. Alles in allem erwarten Händler aber keine größeren Kursausschläge.

Zweiter Dreijahrestender

Zum Jahresauftakt dürften Anleger dann damit beginnen, sich für die nächsten Refinanzierungsschritte südeuropäischer Länder zu positionieren. 2012 muss allein Italien 327 Milliarden Euro, Spanien 148 Milliarden Euro und Frankreich 218 Milliarden Euro an auslaufenden Staatsanleihen refinanzieren. Nicht ohne Grund konnten sich bereits kurz vor Weihnachten die Geschäftsbanken der Euro-Zone 489 Milliarden Euro zu Niedrigzinsen von der EZB leihen. Ihren zweiten Dreijahrestender hat die Zentralbank für den 28. Februar 2012 angekündigt. Zu diesem Zeitpunkt laufen auch die meisten der tickenden Zeitbomben aus.

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