DAX
- Andreas Deutsch - Redakteur

DAX-Wahnsinn: Das sagen die Profis (3)

Eine deutliche Erholung der Börsen in Übersee hilft dem DAX am Donnerstag auf die Sprünge. Der deutsche Leitindex notiert wieder deutlich über der 10.000-Punkte-Marke. J.P. Morgan Asset Management ist für die kommenden Monate optimistisch.

„Ich denke nicht, dass die Entwicklung in den Schwellenländern die US-Wirtschaft in eine Rezession abdriften lassen wird“, sagt Jakob Tanzmeister, Experte bei J.P. Morgan Asset Management. Die jüngste Schwäche bei Rohstoffen, insbesondere bei Öl, sei vielmehr die Folge eines Überangebots, das bereits seit Längerem bestehe. „Zusammenwirken mit dem Rückgang der Nachfrage in den Schwellenländern ergibt sich dadurch ein deutlich trüberes Bild für den Welthandel, als dies den Tatsachen entspricht.“

Tanzmeister erwartet, dass sich die wirtschaftliche Erholung in den USA und in Europa fortsetzt. „Eine Baisse in den Schwellenländern wird das Wachstum zwar schwächer ausfallen lassen, jedoch nicht notwendigerweise eine Rezession hervorrufen, wobei die negativen Effekte in Europa stärker zu spüren sein werden“, so der Experte.

Keine Neueinschätzung von Aktien

Tanzmeister rät dazu, Kaufgelegenheiten bei Aktien zu nutzen. „Es stimmt, dass US-Aktien etwas überteuert erschienen. Die jüngsten Bewegungen haben die Kurs-Gewinn-Verhältnisse jedoch wieder in die Nähe des Durchschnittswerts von 15,5-fach geführt.“ Daneben wachse das nominale US-Bruttoinlandsprodukt im zweiten und im dritten Quartal mit rund 4,5 Prozent. „Die Widerstandskraft der US-Binnenwirtschaft und der Boom durch den Ölpreisrückgang dürften das Wachstumsbild für das nächste Jahr günstig beeinflussen.“

In Europa, wo die Exportabhängigkeit größer ist, dürften gegebenenfalls die Gewinne zyklischer Unternehmen belastet sein, aber nicht die Binnenerholung in der Eurozone zum Erliegen kommen, meint Tanzmeister. „Alles in allem scheinen Aktien aus den Industrieländern eher unter einer plötzlichen Risikoaversion als unter einer Neueinschätzung der fundamentalen Situation zu leiden.“ Und weiter: „Sobald die Wogen geglättet sind, werden Aktien aus den Industrieländern wieder zu ihren durchschnittlichen Bewertungen zurückkehren, Staatsanleihen hingegen teuer bleiben.“


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